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2021 Tagesschau, Sendung: tagesthemen 17.01.2021 - Kreml-Kritiker Nawalny wird bei Rückkehr nach

Sendung: tagesthemen 17.01.2021 - Kreml-Kritiker Nawalny wird bei Rückkehr nach

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Heute im Studio: Caren Miosga

Guten Abend.

Man kann es furchtlos nennen.

Alexej Nawalny kehrt in das Land zurück,

in dem ihm Gefängnis oder vielleicht ein neuer Mordanschlag drohen.

Dennoch flog Russlands prominentester Oppositionspolitiker

heute in seine Heimat zurück.

Fünf Monate, nachdem er vergiftet worden war

und in Deutschland behandelt wurde.

Er wurde begleitet von einem Medientross,

der jeden Schritt und jedes Wort dokumentierte.

Doch die Augenzeugen und Kameras haben nicht verhindern können,

dass Putins schärfster Kritiker verhaftet wurde.

Unmittelbar nach seiner Landung auf russischem Boden.

Er könnte sich wieder in den Händen derer befinden,

die ihn mutmaßlich vergiften wollten.

Darf er in Moskau landen oder leiten sie den Flug um?

Nehmen sie in fest?

Es gab viele Fragen am Moskauer Flughafen Wnukowo.

Eines stand für die Anhänger von Nawalny fest:

Wenn er das Risiko eingeht zurückzukommen,

dann holen sie ihn ab.

Manche sind extra aus Sibirien gekommen

wie diese Lokalpolitikerin.

Die Rückkehr ist die richtige Entscheidung.

Im Ausland kann er nichts bewirken.

Wenn sie sehen, dass viele Unterstützer da sind,

hat das vielleicht Einfluss auf die politische Entscheidung.

Dann versuchen sie nicht noch mal, ihn zu vergiften.

Ich sehe es als meine Bürgerpflicht, hier zu sein.

Nawalny hatte dazu aufgerufen, ihn abzuholen.

Im Flieger aus Berlin saßen Unterstützer und Journalisten.

Viele hatten Tickets gekauft und wollten dabei sein.

Ich möchte mich bei Deutschland bedanken.

Ich hoffe, dass wir alle gut ankommen.

Während der Flieger in der Luft ist, beginnen am Flughafen die Festnahmen.

Nawalny-Anhänger, seine Mitarbeiter und Journalisten werden abgeführt.

Es sind mehr als 50 Personen.

Alle anderen warten vergebens.

Die Maschine wird umgeleitet,

landet auf einem anderen Moskauer Flughafen.

Nawalny darf zunächst unbehelligt die Maschine verlassen.

An der Passkontrolle wartet die Polizei und nimmt ihn mit.

Nawalny ist zurück in der Heimat.

Ob und wann er wieder freikommt, ist völlig ungewiss.

Ina, was droht Nawalny jetzt?

Es gibt einen Antrag der Vollzugsbehörde.

Sie sagen, er habe seine Bewährungsauflagen verletzt.

Man müsse das in Haft umwandeln.

Dann drohen ihm dreieinhalb Jahre.

Es gibt ein weiteres Verfahren, in dem ermittelt wird:

Es sollen angeblich Gelder von ihm veruntreut worden sein.

Wenn der Kreml es ernst meint,

könnte Nawalny für viele Jahre von der Bildfläche verschwinden.

Warum macht er das dann, warum riskiert er Freiheit und Leben?

Das fragen sich viele.

Wenn er politisch was bewirken will, kann er nicht im Ausland sein.

Seine Währung sind Glaubwürdigkeit und Mut.

Seine Rückkehr ist ein Signal an Putin:

Ich habe keine Angst.

Und er hält Wort gegenüber seinen Anhängern,

denen er versprach zurückzukommen.

Er mischt sich seit längerem ein mit Wahlempfehlungen.

Das könnte sein Team weiterhin machen.

Auch wenn er im Gefängnis sitzt.

Nawalny hat klar politische Ambitionen,

vielleicht für eine Zeit nach Putin.

Dafür muss er im Land sein, Glaubwürdigkeit und Mut beweisen.

Vielen Dank.

Dass an deutschen Restauranttischen bald wieder Gäste sitzen,

wünschen sich alle.

Dass die Gäste dies nur dürfen sollen,

wenn sie geimpft sind, schmeckt vielen nicht:

Tafeln als Privileg in der Pandemie?

Von Außenminister Maas kommt die Forderung nach Lockerung

für Geimpfte.

Sie kommt in einer Zeit,

in der Bund und Länder am Dienstag beraten werden:

Über eine Verschärfung des Lockdowns und über nächtliche Ausgangssperren.

Maas stößt an,

was immer mehr Menschen werden wissen wollen.

Wenn sich Wissenschaftler sicher sein sollten,

dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind,

darf der Staat ihnen dann Grundrechte verwehren?

Justus Kliss.

Auch wenn Musizieren im Park bei diesen Temperaturen ungewöhnlich ist:

Es vermittelt in der Pandemie-Situation

akustisch ein Gefühl von Normalität.

Zur Normalität gehören Impfungen, auch wenn es nicht nicht viele sind.

Je mehr Bürger geimpft sind,

desto mehr dürften eine Rückkehr zum normalen Leben fordern.

Der Außenminister gibt dieser Diskussion

heute ein prominente Stimme.

Widerspruch dazu vom Koalitionspartner:

Noch sei unklar,

ob Geimpfte das Coronavirus nicht doch übertragen können.

Solange das nicht klar ist, kommt es nicht infrage,

dass man Geimpften etwas ermöglicht, was andere nicht machen können.

Patientenschützer sehen das ähnlich.

Maas stoße eine Diskussion zur Unzeit an.

Wir werden uns dieser Diskussion stellen,

wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Ich sehe im nächsten halben Jahr keine Möglichkeit,

die Frage solide zu beantworten.

Das allerdings stellt die Geduld von Geimpften auf die Probe.

Immerhin betreffen die Corona-Maßnahmen Grundrechte.

Wenn der Staat Grundrechte einschränkt,

braucht er eine Rechtfertigung.

Sollte eine geimpfte Person nicht mehr ansteckend sein,

wäre die Rechtfertigung schwieriger.

Mit der Zeit dürfte sich dieser Konflikt entschärfen.

Je mehr Menschen geimpft werden,

desto mehr muss der Staat Einschränkungen aufheben.

Die Debatte um eine Rückkehr zur Normalität für Geimpfte:

Ein mögliches Gesprächsthema übermorgen bei der Konferenz

der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin.

Die Bekämpfung der Pandemie wird für den künftigen US-Präsidenten

ein vorherrschendes Thema sein.

In den ersten Tagen im Amt

will Biden einige Beschlüsse Trumps rückgängig machen.

Mehr dazu in den Nachrichten:

Bidens Stabschef Klain kündigte an, die USA würden umgehend

wieder ins Pariser Klimaschutzabkommen eintreten.

Auch die Einreisebeschränkungen

für Bürger aus muslimisch geprägten Ländern sollen aufgehoben werden.

Am Mittwoch wird Biden als 46. Präsident der USA vereidigt.

In Washington werden Vorbereitungen für die Amtseinführung getroffen.

Aus Sorge vor neuer Gewalt gelten hohe Sicherheitsvorkehrungen.

Nach dem Fund eines Erd-Depots in Niedersachsen prüfen Ermittler

Verbindungen zur terroristischen Rote Armee Fraktion.

Waldarbeiter hatten ein vergrabenes Fass

mit Schriftstücken aus den 80ern entdeckt.

Außerdem befanden sich in dem Behälter

Gefäße mit unbekannten Flüssigkeiten.

Das Landeskriminalamt geht nicht davon aus, dass sich Hinweise

auf drei Ex-RAF-Terroristen ergeben, die noch immer gesucht werden.

In Guatemala ist die Polizei

gewaltsam gegen Tausende Migranten aus Honduras vorgegangen.

Sicherheitskräfte umstellten die 6000 Menschen

und versuchten, sie zurückzudrängen.

Tränengas wurde eingesetzt.

Die Migranten wollen zu Fuß über Mexiko in die USA gelangen,

um dort Asyl zu beantragen.

Nach eigenen Angaben fliehen sie vor Armut,

Arbeitslosigkeit und Bandengewalt in ihrem Heimatland Honduras.

In Afghanistan sind zwei Richterinnen bei einem Attentat getötet worden.

Unbekannte hatten am Morgen in der Hauptstadt Kabul

das Feuer auf das Fahrzeug der Juristinnen eröffnet.

Sie seien auf dem Weg zu ihren Büros am Obersten Gericht gewesen,

so ein Behördensprecher.

Derzeit laufen Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Taliban.

Trotzdem hat zuletzt die Zahl der Attentate wieder zugenommen.

Der frühere US-Musikproduzent Phil Spector ist tot.

Er starb mit 81 Jahren in einem Krankenhaus in Kalifornien.

Spector war 2009 wegen Mordes an der Schauspielerin Lana Clarkson

zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Jahrzehnte zuvor wurde Spector als musikalischer Visionär gefeiert.

Er arbeitete unter anderem mit den Beatles, Elvis Presley

und Tina Turner zusammen.

Zum Sport und der Fußball-Bundesliga:

Der FC Bayern München erholte sich heute vom Ergebnis her

von der großen Pokalenttäuschung Mitte der Woche in Kiel.

Ja, die Münchner werden durchgeatmet haben

nach dem Schlusspfiff gegen Freiburg:

2:1 gewonnen gegen formstarke Gäste

und das aufkommende Krisengerede erst mal im Keim erstickt.

Und doch:

Nach zwei empfindlichen Pleiten, besonders der im Pokal gegen Kiel,

war das heute eher ein glanzloser Arbeitssieg,

den die Bayern eingefahren haben - trotz etlicher Torchancen.

Am Ende konnte der Tabellenführer von Glück sagen,

dass er nicht die nächste Enttäuschung einstecken musste.

Es läuft die erste Minute der Nachspielzeit.

Nils Petersen schießt den Schnee von der Latte

und vergibt die Chance auf Freiburgs Punktgewinn.

Ein Unentschieden wäre drin gewesen mit dem Lattenschuss.

Aber die Bayern waren am Ende den Tick besser.

So in der siebten Spielminute.

Der Angriff über Gnabry und Müller landet bei Lewandowski.

Der trifft zum 1:0 für die Bayern, das 21. Saisontor des Weltfußballers.

Nie hat ein Fußballer in der Bundesliga mehr Treffer

in einer Hinrunde erzielt.

Nach einer Stunde der Geniestreich von Streich,

der Petersen vor dessen Einwechslung nicht viel zu sagen braucht.

Nix - wie immer.

Ich soll alles für die Mannschaft tun.

Er wollte bei diesem Standard wechseln.

Er weiß, dass Lucas Höler oder ich gefährlich werden können.

Das hat geklappt.

Keine 25 Sekunden im Spiel schleicht sich Freiburgs Edeljoker davon.

Er trifft gegen Manuel Neuer, der 1:1-Ausgleich der Gäste.

Gut in der Wiederholung zu erkennen:

Schon im ersten Versuch über der Linie.

Gegentor Nummer 25 für die Bayern,

die sich jedoch nicht geschockt zeigen und ihrerseits reagieren:

Nach der Flanke von Coman spielt Sane auf Müller.

Der kann's auch – das 2:1 in der 74. Spielminute.

Der Dank geht an den Vorbereiter.

So fällt das Fazit nach diesem wichtigen Treffer

auch leichter als nach den letzten Spielen.

Gott sei Dank haben wir das 2:1 gemacht.

Wir sind zufrieden mit dem, was wir gezeigt haben.

Auch, weil das Glück in der Nachspielzeit auf Bayernseite ist.

So bleibt Freiburgs Trainer nur die Erkenntnis:

Wir haben das gut gemacht. Leider haben wir verloren.

Ich hätte gerne mal gewonnen bei den Bayern.

Glück, Pech, Sieg, Niederlage:

Manchmal entscheiden Zentimeter über das Ende eines Fußballspiels.

Das war's erst mal wieder mit der Schalker Aufbruchstimmung

nach dem Kantersieg gegen Hoffenheim.

Heute gab's den Dämpfer für Königsblau beim 1:3 in Frankfurt.

Die Hessen sind nach vier Ligasiegen in Folge

wieder mittendrin im Europacup-Rennen.

Sie haben den Sieg vor allem einem zu verdanken:

Ihrem gerade erst ausgeliehenen, prominenten Rückkehrer,

der prompt an alte Zeiten anknüpfte.

Ein Traumeinstand, wie er schöner nicht hätte sein können:

Luka Jovic sorgt als Joker

mit genialen Toren für den Sieg der Eintracht.

Bei der Einwechslung sage ich zu ihm:

"Schau, dass du das Spiel entscheidest."

Hütter ließ Jovic zunächst auf der Bank.

Auch ohne den Serben ist Frankfurt von Beginn an überlegen.

Hinteregger an den Pfosten, auch der Nachschuss nicht drin.

Knappe halbe Stunde rum:

Durm findet Silva und der Portugiese trifft zum 1:0 in der 28. Minute.

Silva ist Frankfurts Topstürmer mit jetzt zwölf Toren.

Eine Minute später, aus dem Nichts Matthew Hoppe - 1:1.

Schalke ist plötzlich im Spiel,

weil sich Hinteregger und Trapp nicht einig sind.

Hoppe wittert die Chance und trifft durch die Beine von Trapp.

Nach einer Stunde wechselt Hütter Jovic ein.

Es dauert keine zehn Minuten,

bis Jovic seinen ersten glanzvollen Auftritt hat.

Kostic flankt, Jovic vollendet wuchtig - 72. Minute.

Technisch eine Augenweide.

Es ist fast unglaublich,

dass Jovic bei Real Madrid anderthalb Jahre nicht zurechtkam.

In die letzten Schalker Bemühungen hinein

kontert die Eintracht mit Kostic und Jovic.

Jovic krönt die Rückkehr

mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit.

Er hat Extraklasse und die Luft hier tut ihm gut.

Wir hoffen, dass wir ihn noch stabiler bekommen.

Frankfurt schlägt Schalke 3:1, dank eines überragenden Jovic.

Weil der Gegner aus Kap Verde nicht genug Spieler zusammenbekam,

haben Deutschlands Handballer die WM-Hauptrunde erreicht.

Die von Corona gebeutelten Afrikaner

hatten nur noch neun gesunden Akteure im Kader.

Die ausgefallene Partie wurde für Deutschland gewertet.

Der Deutsche Handballbund begrüßte die Entscheidung.

Die WM-Verantwortlichen hätten gezeigt,

dass die Spieler keinem unnötigen Risiko ausgesetzt würden.

In acht Saisonrennen acht Mal Zweite.

Was viele als Erfolg werten würden,

war für Natalie Geisenberger zuletzt nur schwer erträglich.

Umso erleichterter war die einstige Dominatorin im Rodel-Weltcup,

als sie heute mal wieder einen Sieg einfahren konnte.

Der erste seit der Geburt ihres Sohnes

und ihr 50. im Weltcup insgesamt.

Zwei Wochen vor der Heim-WM gewann sie in Oberhof

vor der Österreicherin Egle und ihrer Teamkollegin Berreiter.

Und der nächste Sieg des alles überragenden Bobfahrers:

Francesco Friedrich gewann auch das Weltcup-Rennen im Vierer-Bob,

feierte damit seinen elften Sieg im zwölften Wettbewerb der Saison.

Benjamin Maier aus Österreich und der Kanadier Justin Kripps

landeten hinter Friedrich auf den Plätzen zwei und drei.

Ungebremst in der Erfolgsspur rast Francesco Friedrich.

Auch den Viererbob-Weltcup in St. Moritz gewinnt er.

Der Weltmeister siegt mit 3/10-Sekunden Vorsprung

vor dem starken Quartett um Benjamin Maier aus Österreich.

Hinter dem Kanadier Justin Kripps rutscht Vize-Weltmeister

Johannes Loch am Podium vorbei und wird vierter.

Bei den Frauen überrascht sich Stephanie Schneider selbst

mit ihrem zweiten Weltcup-Sieg in dieser Saison.

Im zweiten Lauf fährt sie von Rang drei auf eins.

Sie gewinnt mit 8/100-Sekunden Vorsprung

vor Elana Meyers-Taylor, USA.

Die zur Halbzeit führende Mariama Jamanka

fällt zurück auf Platz vier.

Jetzt brauchen wir akzeptables Wetter fürs Stoßlüften.

Das wird akzeptabel.

Es wird deutlich wärmer.

Im Augenblick ist es noch kalt.

Der Trend für Cottbus:

Und für Köln:

Dazu Glättegefahr durch Schnee und gefrierenden Regen.

Das Wolkenband zieht weiter nach Osten.

Im Westen gibt es Auflockerungen.

Dienstag kommen Schnee und Regen nach Osten,

Mittwoch beruhigt sich das Wetter.

Danke.

Hier folgt Titel, Thesen, Temperamente.

Das empfehle ich Ihnen,

mit einem Porträt der neuen US-Vizepräsidentin, Kamala Harris.

Morgen waltet an dieser Stelle Pinar Atalay ihres Amtes.

Jens, Andreas und ich wünschen eine schöne Woche.

Copyright Untertitel: NDR 2021



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Sendung: tagesthemen 17.01.2021 - Kreml-Kritiker Nawalny wird bei Rückkehr nach

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.

Heute im Studio: Caren Miosga

Guten Abend.

Man kann es furchtlos nennen.

Alexej Nawalny kehrt in das Land zurück,

in dem ihm Gefängnis oder vielleicht ein neuer Mordanschlag drohen.

Dennoch flog Russlands prominentester Oppositionspolitiker

heute in seine Heimat zurück.

Fünf Monate, nachdem er vergiftet worden war

und in Deutschland behandelt wurde.

Er wurde begleitet von einem Medientross,

der jeden Schritt und jedes Wort dokumentierte.

Doch die Augenzeugen und Kameras haben nicht verhindern können,

dass Putins schärfster Kritiker verhaftet wurde.

Unmittelbar nach seiner Landung auf russischem Boden.

Er könnte sich wieder in den Händen derer befinden,

die ihn mutmaßlich vergiften wollten.

Darf er in Moskau landen oder leiten sie den Flug um?

Nehmen sie in fest?

Es gab viele Fragen am Moskauer Flughafen Wnukowo.

Eines stand für die Anhänger von Nawalny fest:

Wenn er das Risiko eingeht zurückzukommen,

dann holen sie ihn ab.

Manche sind extra aus Sibirien gekommen

wie diese Lokalpolitikerin.

Die Rückkehr ist die richtige Entscheidung.

Im Ausland kann er nichts bewirken.

Wenn sie sehen, dass viele Unterstützer da sind,

hat das vielleicht Einfluss auf die politische Entscheidung.

Dann versuchen sie nicht noch mal, ihn zu vergiften.

Ich sehe es als meine Bürgerpflicht, hier zu sein.

Nawalny hatte dazu aufgerufen, ihn abzuholen.

Im Flieger aus Berlin saßen Unterstützer und Journalisten.

Viele hatten Tickets gekauft und wollten dabei sein.

Ich möchte mich bei Deutschland bedanken.

Ich hoffe, dass wir alle gut ankommen.

Während der Flieger in der Luft ist, beginnen am Flughafen die Festnahmen.

Nawalny-Anhänger, seine Mitarbeiter und Journalisten werden abgeführt.

Es sind mehr als 50 Personen.

Alle anderen warten vergebens.

Die Maschine wird umgeleitet,

landet auf einem anderen Moskauer Flughafen.

Nawalny darf zunächst unbehelligt die Maschine verlassen.

An der Passkontrolle wartet die Polizei und nimmt ihn mit.

Nawalny ist zurück in der Heimat.

Ob und wann er wieder freikommt, ist völlig ungewiss.

Ina, was droht Nawalny jetzt?

Es gibt einen Antrag der Vollzugsbehörde.

Sie sagen, er habe seine Bewährungsauflagen verletzt.

Man müsse das in Haft umwandeln.

Dann drohen ihm dreieinhalb Jahre.

Es gibt ein weiteres Verfahren, in dem ermittelt wird:

Es sollen angeblich Gelder von ihm veruntreut worden sein.

Wenn der Kreml es ernst meint,

könnte Nawalny für viele Jahre von der Bildfläche verschwinden.

Warum macht er das dann, warum riskiert er Freiheit und Leben?

Das fragen sich viele.

Wenn er politisch was bewirken will, kann er nicht im Ausland sein.

Seine Währung sind Glaubwürdigkeit und Mut.

Seine Rückkehr ist ein Signal an Putin:

Ich habe keine Angst.

Und er hält Wort gegenüber seinen Anhängern,

denen er versprach zurückzukommen.

Er mischt sich seit längerem ein mit Wahlempfehlungen.

Das könnte sein Team weiterhin machen.

Auch wenn er im Gefängnis sitzt.

Nawalny hat klar politische Ambitionen,

vielleicht für eine Zeit nach Putin.

Dafür muss er im Land sein, Glaubwürdigkeit und Mut beweisen.

Vielen Dank.

Dass an deutschen Restauranttischen bald wieder Gäste sitzen,

wünschen sich alle.

Dass die Gäste dies nur dürfen sollen,

wenn sie geimpft sind, schmeckt vielen nicht:

Tafeln als Privileg in der Pandemie?

Von Außenminister Maas kommt die Forderung nach Lockerung

für Geimpfte.

Sie kommt in einer Zeit,

in der Bund und Länder am Dienstag beraten werden:

Über eine Verschärfung des Lockdowns und über nächtliche Ausgangssperren.

Maas stößt an,

was immer mehr Menschen werden wissen wollen.

Wenn sich Wissenschaftler sicher sein sollten,

dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind,

darf der Staat ihnen dann Grundrechte verwehren?

Justus Kliss.

Auch wenn Musizieren im Park bei diesen Temperaturen ungewöhnlich ist:

Es vermittelt in der Pandemie-Situation

akustisch ein Gefühl von Normalität.

Zur Normalität gehören Impfungen, auch wenn es nicht nicht viele sind.

Je mehr Bürger geimpft sind,

desto mehr dürften eine Rückkehr zum normalen Leben fordern.

Der Außenminister gibt dieser Diskussion

heute ein prominente Stimme.

Widerspruch dazu vom Koalitionspartner:

Noch sei unklar,

ob Geimpfte das Coronavirus nicht doch übertragen können.

Solange das nicht klar ist, kommt es nicht infrage,

dass man Geimpften etwas ermöglicht, was andere nicht machen können.

Patientenschützer sehen das ähnlich.

Maas stoße eine Diskussion zur Unzeit an.

Wir werden uns dieser Diskussion stellen,

wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Ich sehe im nächsten halben Jahr keine Möglichkeit,

die Frage solide zu beantworten.

Das allerdings stellt die Geduld von Geimpften auf die Probe.

Immerhin betreffen die Corona-Maßnahmen Grundrechte.

Wenn der Staat Grundrechte einschränkt,

braucht er eine Rechtfertigung.

Sollte eine geimpfte Person nicht mehr ansteckend sein,

wäre die Rechtfertigung schwieriger.

Mit der Zeit dürfte sich dieser Konflikt entschärfen.

Je mehr Menschen geimpft werden,

desto mehr muss der Staat Einschränkungen aufheben.

Die Debatte um eine Rückkehr zur Normalität für Geimpfte:

Ein mögliches Gesprächsthema übermorgen bei der Konferenz

der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin.

Die Bekämpfung der Pandemie wird für den künftigen US-Präsidenten

ein vorherrschendes Thema sein.

In den ersten Tagen im Amt

will Biden einige Beschlüsse Trumps rückgängig machen.

Mehr dazu in den Nachrichten:

Bidens Stabschef Klain kündigte an, die USA würden umgehend

wieder ins Pariser Klimaschutzabkommen eintreten.

Auch die Einreisebeschränkungen

für Bürger aus muslimisch geprägten Ländern sollen aufgehoben werden.

Am Mittwoch wird Biden als 46. Präsident der USA vereidigt.

In Washington werden Vorbereitungen für die Amtseinführung getroffen.

Aus Sorge vor neuer Gewalt gelten hohe Sicherheitsvorkehrungen.

Nach dem Fund eines Erd-Depots in Niedersachsen prüfen Ermittler

Verbindungen zur terroristischen Rote Armee Fraktion.

Waldarbeiter hatten ein vergrabenes Fass

mit Schriftstücken aus den 80ern entdeckt.

Außerdem befanden sich in dem Behälter

Gefäße mit unbekannten Flüssigkeiten.

Das Landeskriminalamt geht nicht davon aus, dass sich Hinweise

auf drei Ex-RAF-Terroristen ergeben, die noch immer gesucht werden.

In Guatemala ist die Polizei

gewaltsam gegen Tausende Migranten aus Honduras vorgegangen.

Sicherheitskräfte umstellten die 6000 Menschen

und versuchten, sie zurückzudrängen.

Tränengas wurde eingesetzt.

Die Migranten wollen zu Fuß über Mexiko in die USA gelangen,

um dort Asyl zu beantragen.

Nach eigenen Angaben fliehen sie vor Armut,

Arbeitslosigkeit und Bandengewalt in ihrem Heimatland Honduras.

In Afghanistan sind zwei Richterinnen bei einem Attentat getötet worden.

Unbekannte hatten am Morgen in der Hauptstadt Kabul

das Feuer auf das Fahrzeug der Juristinnen eröffnet.

Sie seien auf dem Weg zu ihren Büros am Obersten Gericht gewesen,

so ein Behördensprecher.

Derzeit laufen Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Taliban.

Trotzdem hat zuletzt die Zahl der Attentate wieder zugenommen.

Der frühere US-Musikproduzent Phil Spector ist tot.

Er starb mit 81 Jahren in einem Krankenhaus in Kalifornien.

Spector war 2009 wegen Mordes an der Schauspielerin Lana Clarkson

zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Jahrzehnte zuvor wurde Spector als musikalischer Visionär gefeiert.

Er arbeitete unter anderem mit den Beatles, Elvis Presley

und Tina Turner zusammen.

Zum Sport und der Fußball-Bundesliga:

Der FC Bayern München erholte sich heute vom Ergebnis her

von der großen Pokalenttäuschung Mitte der Woche in Kiel.

Ja, die Münchner werden durchgeatmet haben

nach dem Schlusspfiff gegen Freiburg:

2:1 gewonnen gegen formstarke Gäste

und das aufkommende Krisengerede erst mal im Keim erstickt.

Und doch:

Nach zwei empfindlichen Pleiten, besonders der im Pokal gegen Kiel,

war das heute eher ein glanzloser Arbeitssieg,

den die Bayern eingefahren haben - trotz etlicher Torchancen.

Am Ende konnte der Tabellenführer von Glück sagen,

dass er nicht die nächste Enttäuschung einstecken musste.

Es läuft die erste Minute der Nachspielzeit.

Nils Petersen schießt den Schnee von der Latte

und vergibt die Chance auf Freiburgs Punktgewinn.

Ein Unentschieden wäre drin gewesen mit dem Lattenschuss.

Aber die Bayern waren am Ende den Tick besser.

So in der siebten Spielminute.

Der Angriff über Gnabry und Müller landet bei Lewandowski.

Der trifft zum 1:0 für die Bayern, das 21. Saisontor des Weltfußballers.

Nie hat ein Fußballer in der Bundesliga mehr Treffer

in einer Hinrunde erzielt.

Nach einer Stunde der Geniestreich von Streich,

der Petersen vor dessen Einwechslung nicht viel zu sagen braucht.

Nix - wie immer.

Ich soll alles für die Mannschaft tun.

Er wollte bei diesem Standard wechseln.

Er weiß, dass Lucas Höler oder ich gefährlich werden können.

Das hat geklappt.

Keine 25 Sekunden im Spiel schleicht sich Freiburgs Edeljoker davon.

Er trifft gegen Manuel Neuer, der 1:1-Ausgleich der Gäste.

Gut in der Wiederholung zu erkennen:

Schon im ersten Versuch über der Linie.

Gegentor Nummer 25 für die Bayern,

die sich jedoch nicht geschockt zeigen und ihrerseits reagieren:

Nach der Flanke von Coman spielt Sane auf Müller.

Der kann's auch – das 2:1 in der 74. Spielminute.

Der Dank geht an den Vorbereiter.

So fällt das Fazit nach diesem wichtigen Treffer

auch leichter als nach den letzten Spielen.

Gott sei Dank haben wir das 2:1 gemacht.

Wir sind zufrieden mit dem, was wir gezeigt haben.

Auch, weil das Glück in der Nachspielzeit auf Bayernseite ist.

So bleibt Freiburgs Trainer nur die Erkenntnis:

Wir haben das gut gemacht. Leider haben wir verloren.

Ich hätte gerne mal gewonnen bei den Bayern.

Glück, Pech, Sieg, Niederlage:

Manchmal entscheiden Zentimeter über das Ende eines Fußballspiels.

Das war's erst mal wieder mit der Schalker Aufbruchstimmung

nach dem Kantersieg gegen Hoffenheim.

Heute gab's den Dämpfer für Königsblau beim 1:3 in Frankfurt.

Die Hessen sind nach vier Ligasiegen in Folge

wieder mittendrin im Europacup-Rennen.

Sie haben den Sieg vor allem einem zu verdanken:

Ihrem gerade erst ausgeliehenen, prominenten Rückkehrer,

der prompt an alte Zeiten anknüpfte.

Ein Traumeinstand, wie er schöner nicht hätte sein können:

Luka Jovic sorgt als Joker

mit genialen Toren für den Sieg der Eintracht.

Bei der Einwechslung sage ich zu ihm:

"Schau, dass du das Spiel entscheidest."

Hütter ließ Jovic zunächst auf der Bank.

Auch ohne den Serben ist Frankfurt von Beginn an überlegen.

Hinteregger an den Pfosten, auch der Nachschuss nicht drin.

Knappe halbe Stunde rum:

Durm findet Silva und der Portugiese trifft zum 1:0 in der 28. Minute.

Silva ist Frankfurts Topstürmer mit jetzt zwölf Toren.

Eine Minute später, aus dem Nichts Matthew Hoppe - 1:1.

Schalke ist plötzlich im Spiel,

weil sich Hinteregger und Trapp nicht einig sind.

Hoppe wittert die Chance und trifft durch die Beine von Trapp.

Nach einer Stunde wechselt Hütter Jovic ein.

Es dauert keine zehn Minuten,

bis Jovic seinen ersten glanzvollen Auftritt hat.

Kostic flankt, Jovic vollendet wuchtig - 72. Minute.

Technisch eine Augenweide.

Es ist fast unglaublich,

dass Jovic bei Real Madrid anderthalb Jahre nicht zurechtkam.

In die letzten Schalker Bemühungen hinein

kontert die Eintracht mit Kostic und Jovic.

Jovic krönt die Rückkehr

mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit.

Er hat Extraklasse und die Luft hier tut ihm gut.

Wir hoffen, dass wir ihn noch stabiler bekommen.

Frankfurt schlägt Schalke 3:1, dank eines überragenden Jovic.

Weil der Gegner aus Kap Verde nicht genug Spieler zusammenbekam,

haben Deutschlands Handballer die WM-Hauptrunde erreicht.

Die von Corona gebeutelten Afrikaner

hatten nur noch neun gesunden Akteure im Kader.

Die ausgefallene Partie wurde für Deutschland gewertet.

Der Deutsche Handballbund begrüßte die Entscheidung.

Die WM-Verantwortlichen hätten gezeigt,

dass die Spieler keinem unnötigen Risiko ausgesetzt würden.

In acht Saisonrennen acht Mal Zweite.

Was viele als Erfolg werten würden,

war für Natalie Geisenberger zuletzt nur schwer erträglich.

Umso erleichterter war die einstige Dominatorin im Rodel-Weltcup,

als sie heute mal wieder einen Sieg einfahren konnte.

Der erste seit der Geburt ihres Sohnes

und ihr 50. im Weltcup insgesamt.

Zwei Wochen vor der Heim-WM gewann sie in Oberhof

vor der Österreicherin Egle und ihrer Teamkollegin Berreiter.

Und der nächste Sieg des alles überragenden Bobfahrers:

Francesco Friedrich gewann auch das Weltcup-Rennen im Vierer-Bob,

feierte damit seinen elften Sieg im zwölften Wettbewerb der Saison.

Benjamin Maier aus Österreich und der Kanadier Justin Kripps

landeten hinter Friedrich auf den Plätzen zwei und drei.

Ungebremst in der Erfolgsspur rast Francesco Friedrich.

Auch den Viererbob-Weltcup in St. Moritz gewinnt er.

Der Weltmeister siegt mit 3/10-Sekunden Vorsprung

vor dem starken Quartett um Benjamin Maier aus Österreich.

Hinter dem Kanadier Justin Kripps rutscht Vize-Weltmeister

Johannes Loch am Podium vorbei und wird vierter.

Bei den Frauen überrascht sich Stephanie Schneider selbst

mit ihrem zweiten Weltcup-Sieg in dieser Saison.

Im zweiten Lauf fährt sie von Rang drei auf eins.

Sie gewinnt mit 8/100-Sekunden Vorsprung

vor Elana Meyers-Taylor, USA.

Die zur Halbzeit führende Mariama Jamanka

fällt zurück auf Platz vier.

Jetzt brauchen wir akzeptables Wetter fürs Stoßlüften.

Das wird akzeptabel.

Es wird deutlich wärmer.

Im Augenblick ist es noch kalt.

Der Trend für Cottbus:

Und für Köln:

Dazu Glättegefahr durch Schnee und gefrierenden Regen.

Das Wolkenband zieht weiter nach Osten.

Im Westen gibt es Auflockerungen.

Dienstag kommen Schnee und Regen nach Osten,

Mittwoch beruhigt sich das Wetter.

Danke.

Hier folgt Titel, Thesen, Temperamente.

Das empfehle ich Ihnen,

mit einem Porträt der neuen US-Vizepräsidentin, Kamala Harris.

Morgen waltet an dieser Stelle Pinar Atalay ihres Amtes.

Jens, Andreas und ich wünschen eine schöne Woche.

Copyright Untertitel: NDR 2021

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