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2021 Tagesschau, Sendung: tagesschau 15.01.2021 12:00 Uhr - Merkel will Corona-Krisengipfel

Sendung: tagesschau 15.01.2021 12:00 Uhr - Merkel will Corona-Krisengipfel

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Die Sorge ist groß

wegen der hochansteckenden Mutation des Coronavirus.

Bund und Länder ziehen ihre Beratungen vor

über den weiteren Kurs gegen die Pandemie vor.

Schon am kommenden Dienstag geht es darum,

ob Maßnahmen verschärft werden.

Dazu passt der dringende Appell von Bundespräsident Steinmeier.

Gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften rief dazu auf,

auch im Berufsleben Kontakte weiter zu reduzieren.

Noch immer viel los rund um den Berliner Hauptbahnhof,

auch Pendler auf dem Weg zur Arbeit.

Dabei hofft die Politik, dass die Menschen

mehr zu Hause bleiben, Kontakte reduzieren.

Sogar der Bundespräsident appelliert an die Bevölkerung,

möglichst im Homeoffice zu arbeiten.

Und macht eine klare Ansage in Richtung der Arbeitgeber:

Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus.

Sie wissen am besten, wo es geht und wie es geht.

Es ist nötiger denn je.

Nicht für alle ist das möglich -

auch dafür zeigt Steinmeier Verständnis.

Unterstützung für seinen Appell

bekommt er von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden.

Wo es möglich ist,

bieten Unternehmen heute schon Homeoffice an.

Es kann noch mehr getan werden, wir alle sind jetzt gefordert.

Es ist eine Anstrengung für viele Menschen.

Manchmal geht's nicht, aber nutzt alle Möglichkeiten.

Das ist unser Ansinnen.

Ob es auch sonst härtere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus braucht:

Darüber will die Kanzlerin am Dienstag sprechen.

Man wird erst reden, was ist mit dem Shutdown,

muss er verlängert werden, sind die Maßnahmen ausreichend?

Aber es wäre zu früh, zu sagen, um was es geht.

Es geht darum, die Kontakte weiter zu reduzieren.

Wie das aussehen könnte, will noch niemand aussprechen.

Uli Meerkamm in Berlin, Kanzlerin Merkel

will das Bund-Länder-Treffen vorverlegen auf die kommende Woche.

Mit welcher Linie gehen die Beteiligten in diesen Termin?

Es gab immer zwei Grundhaltungen.

Zum einen die handelnden Personen im Kanzleramt:

Eine Naturwissenschaftlerin und ein Mediziner.

Die sind auf der Linie der Epidemiologen.

Die wollten möglichst umfassend runterfahren.

Die Wirtschaft und das öffentliche Leben.

Die Ministerpräsidenten haben unterschiedliche Interessen.

Man kann davon ausgehen, dass es wieder Diskussionen gibt.

Welche Verschärfungen sind konkret im Gespräch?

Es ist schon durchgesickert,

dass die Reduzierung der Kontakte Thema sein wird.

Es geht da auch um den öffentlichen Personennahverkehr.

Der soll aber wohl nicht komplett eingestellt werden.

Aber Reduzierung dort erreicht man, indem man Homeoffice ausweitet.

Die Schweiz hat eine Verpflichtung fürs Homeoffice.

Das könnte man auch hier machen.

Dann könnte man vielleicht Zahlen wie im Frühjahr erreichen.

Deutschland hat bei der Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen

die Marke von zwei Millionen überschritten.

In einem Seniorenheim im Harz erhielt eine 101-Jährige

ihre Zweitimpfung gegen das Coronavirus.

Edith Kwoizalla war an Weihnachten bundesweit als Erste geimpft worden.

Heute sagte sie, es gehe ihr gut.

Der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer wird zweimal verimpft.

Erst dann soll er den gewünschten Schutz bieten.

Mehrmals verschoben wegen der Corona-Pandemie,

findet er nun online statt:

Der CDU-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Zum Auftakt sprechen die Kanzlerin

und Noch-Parteichefin Kramp-Karrenbauer.

Ihr Nachfolger soll morgen Vormittag bestimmt werden.

Beworben haben sich NRW-Ministerpräsident Laschet,

Ex-Unionsfraktionschef Merz sowie Außenpolitiker Röttgen.

Mit der Wahl entscheiden die Delegierten,

ob sich die Partei neu ausrichtet.

Eine leere Halle statt echter Parteitagsatmosphäre.

Hier wird der erste voll digitale CDU-Parteitag ablaufen.

Die Kandidaten halten ihre Reden in die Kameras.

Die Delegiertenstimmen daheim stimmen zunächst elektronisch ab,

eine Briefwahl wird das Ergebnis bestätigen.

Im Bundestagswahljahr müsse sich die CDU breit aufstellen,

so der Generalsekretär.

Die Union ist dann stark,

wenn wir die Bandbreite der Gesellschaft abbilden.

Wenn wir christlich-sozial und liberal sind,

auch den wertkonservativen Flügel abbilden.

Die Kandidaten stehen für unterschiedliche Richtungen.

Viele Mitglieder der CDU-Führung

unterstützen den liberaleren Laschet als erfahrenen Ministerpräsidenten.

Merz gilt bei vielen an der CDU-Basis

als Wunschkandidat mit konservativer Kante.

Röntgen kommt bei jüngeren Mitgliedern gut an.

Wichtig sei, nach der Wahl die Anhänger

der unterlegenen Kandidaten einzubinden.

Als Erstes sind die drei Kandidaten selber gefordert.

Die beiden Unterlegenen müssen ihre Anhänger auf Kurs bringen.

"Wir sind eine CDU."

Die größte Einflussmöglichkeit haben die beiden,

die morgen nicht gewählt werden.

Neben dem Parteivorsitzenden werden auch der CDU-Vorstand

und das Parteipräsidium neu gewählt.

Er hatte das CSU-Prestigeprojekt

gegen juristische Bedenken durchgeboxt.

Ex-Verkehrsminister Dobrindt musste zum Pkw-Maut-Desaster

nun Rede und Antwort stehen vor dem Untersuchungsausschuss.

Er wies den Vorwurf zurück,

am Scheitern des Projekts mit schuld zu sein.

Die EU-Kommission habe damals das deutsche Modell abgesegnet.

Der Europäische Gerichtshof hatte die Maut später gekippt.

Kurz vor 4 Uhr beendet Alexander Dobrindt seine Aussage

vor dem Untersuchungsausschuss.

Der Vorgänger von Verkehrsminister Scheuer

ist wortkarg angesichts der nächtlichen Stunde.

Ich habe lang genug im Untersuchungsausschuss ausgesagt.

Dass die CSU ihre wichtigsten Zeugen stets mitten in der Nacht schicke:

Das zeige laut Opposition,

dass man Verantwortung verschleiern wolle.

Dobrindt gab an:

Seine Vorbereitung der Maut-Gesetze sei korrekt verlaufen,

die Umsetzung betreffe seinen Nachfolger.

Dass Alexander Dobrindt gesagt hat,

jeder Minister ist selbst für seine Handlungen verantwortlich:

Das zeigt Risse im CSU-Gebäude.

Er hat keine Schuld zu Andreas Scheuer geschoben.

Alexander Dobrindt hat sein Handeln erklärt.

Dobrindt war bis 2017 Bundesverkehrsminister.

Seine Verhandlungen mit der EU-Kommission

hätten ein umsetzbares Maut-Modell ergeben.

Dass Nachfolger Scheuer Verträge mit den Betreibern

trotz fehlender Rechtssicherheit unterschrieben habe:

Das werten SPD und FDP als Führungsschwäche.

Wer trifft da die Entscheidungen.

Wie werden die vorbereitet, wenn jeder sagt:

"Muss jemand anders gewesen sein."

Herr Scheuer liest keine Akten,

hat sich immer intensiv mit seiner Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.

Auch ein Grund, warum die Sache schiefgegangen ist.

In den nächsten Wochen wird Scheuer nochmals vor den Ausschuss geladen.

Jahrelang soll der Erfurter Mediziner

Spitzensportler mit Blutdoping behandelt haben.

Jetzt wurde Mark S. schuldig gesprochen:

Vier Jahre und zehn Monate Haft, so das Landgericht München II,

dazu ein dreijähriges Berufsverbot.

Auch vier Helfer des Arztes erhielten Haft- und Geldstrafen.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Hajo Seppelt in München, durch Ihre ARD-Doku

wurde das Ganze öffentlich - vor fast genau zwei Jahren.

Der österreichische Ski-Langläufer Johannes Dürr

machte die Dopingpraxis öffentlich.

Wie begründet das Gericht das Urteil?

Es ist der Auffassung, dass der Hauptangeklagte

gegen das Anti-Dopinggesetz verstoßen hat.

Es geht um unerlaubte Anwendung von Doping-Methoden

um unerlaubten Umgang mit Doping-Mittlen.

Man war klar der Auffassung, dass der Arzt schuldig ist.

Es ist die höchste Strafe,

die seit Einführung des Gesetzes ausgesprochen wurde.

Hier werde Sportjustizgeschichte geschrieben, sagen Experten.

Inwiefern?

Weil es das erste Urteil dieser Größenordnung ist.

Es ist der erste Arzt,

der im Hochleistungssport auf Basis dieses Gesetzes verurteilt wurde.

Die Behörden hatten lange ermittelt.

Früher wurden Verdächtige nach dem Sportrecht abgeurteilt.

Und eher die Sportler als die Hintermänner.

Dieses Urteil hat eine historische Dimension.

Der designierte US-Präsident Biden will mit einem Hilfspaket

von 1,9 Billionen Dollar die Wirtschaft in Schwung bringen.

Auch Corona-Impfungen und -Tests sollen ausgeweitet werden.

170 Milliarden Dollar sind für Schulen und Universitäten vorgesehen.

Außerdem sollen Millionen US-Bürger

Konjunkturschecks bekommen von je 1400 Dollar.

Biden wird Mittwoch vereidigt.

Bettina Seidl ist in der Frankfurter Börse.

Wie kommt das an den Finanzmärkten an?

So ein dickes Konjunkturpaket ist goldrichtig für die Wirtschaft.

Aber Freude an der Börse sieht anders aus.

Viele haben schon lange vorher in Erwartung Aktien gekauft.

Wenn es kommt, wie gedacht,

dann realisiert mancher seine Gewinne.

Deshalb geben die Kurse nach.

Es gibt aber auch Zweifel,

ob Biden das Paket in dieser Größe durchbekommt.

Und wer soll das bezahlen?

Das geht wohl nur später mit höheren Steuern.

Das ist nicht nach dem Geschmack der Börse.

Aber so ein Hilfspaket schiebt die Wirtschaft an.

Danke nach Frankfurt.

Bei einem Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi

kamen mindestens 34 Menschen ums Leben.

Wie die Behörden mitteilten, gibt es Hunderte Verletzte.

Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass die Zahl der Toten noch steigt.

Viele Menschen seien verschüttet.

In der Provinzhauptstadt stürzte ein Krankenhaus ein.

Das Beben hatte eine Stärke von 6,2.

Es war ein Triumph der Technik,

ein Tag verbunden mit großen Hoffnungen:

Auf Fortschritt, Moderne und das Ende von Hungersnöten.

Die Eröffnung des Assuan-Staudamms in Ägypten vor 50 Jahren.

Erstmals war es nun möglich,

die Flut des Nils zu kontrollieren, des längsten Flusses in Afrika.

Der Assuan-Staudamm schuf ein riesiges Wasserreservoir -

nutzbar für Landwirtschaft und Stromgewinnung.

Er gilt als Symbol arabischen Stolzes.

Der Assuan-Staudamm versorgt Ägypten mit Strom,

bändigt den Nil, schafft neue Ackerfläche.

Dennoch fällt die Bilanz nach 50 Jahren wechselhaft aus.

Versalzung der Böden, Erosion und schlechte Wasserqualität

sind unerwünschte Nebenwirkungen.

Die Vorteile aber überwiegen.

Wir hatten verheerende Fluten,

die viele Menschen trafen, ihr Eigentum auffraßen.

Dann wieder Dürren, die Hungersnot und Tod verursachten.

Das Land war nicht geschützt vor dem Bau das Damms.

In zehn Jahren bauen 30.000 Arbeiter den gigantischen Damm.

Die Sowjetunion schickt 2000 Ingenieure,

will sich Einfluss in Ägypten sichern.

Bis zur Einweihung im Januar 1971

kommen Hunderte Bauarbeiter ums Leben.

Besonders bitter trifft es

50.000 Menschen der nubischen Volksgruppe.

Sie wurden umgesiedelt aus ihrem traditionellen Lebensraum.

Viele hatten Heimweh und wollten zurück.

Sie waren dort verwurzelt.

Die Nubier sind an den Flussbetten des Nils zu Hause.

Plötzlich fanden wir uns in der Wüste wieder.

Ein Jahrhundertbauwerk, das Ägypten in die Moderne führt.

Aber es greift massiv ein in den Kreislauf der Natur

und hinterlässt bis heute Narben.

Einige Lkw-Fahrer mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen.

Das Winterwetter sorgt im Südwesten für chaotische Straßenverhältnisse.

In Baden-Württemberg wurden viele Strecken gesperrt,

weil sie nicht mehr geräumt werden konnten.

Eine Spaziergängerin von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Auch aus dem Saarland werden schneebedingte Unfälle gemeldet.

Um 13 Uhr im Mittagsmagazin gibt es die nächste tagesschau.

Es folgt das ARD-Buffet.

Ihnen noch einen guten Tag.

Copyright Untertitel: NDR 2021



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Sendung: tagesschau 15.01.2021 12:00 Uhr - Merkel will Corona-Krisengipfel

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Die Sorge ist groß

wegen der hochansteckenden Mutation des Coronavirus.

Bund und Länder ziehen ihre Beratungen vor

über den weiteren Kurs gegen die Pandemie vor.

Schon am kommenden Dienstag geht es darum,

ob Maßnahmen verschärft werden.

Dazu passt der dringende Appell von Bundespräsident Steinmeier.

Gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften rief dazu auf,

auch im Berufsleben Kontakte weiter zu reduzieren.

Noch immer viel los rund um den Berliner Hauptbahnhof,

auch Pendler auf dem Weg zur Arbeit.

Dabei hofft die Politik, dass die Menschen

mehr zu Hause bleiben, Kontakte reduzieren.

Sogar der Bundespräsident appelliert an die Bevölkerung,

möglichst im Homeoffice zu arbeiten.

Und macht eine klare Ansage in Richtung der Arbeitgeber:

Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus.

Sie wissen am besten, wo es geht und wie es geht.

Es ist nötiger denn je.

Nicht für alle ist das möglich -

auch dafür zeigt Steinmeier Verständnis.

Unterstützung für seinen Appell

bekommt er von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden.

Wo es möglich ist,

bieten Unternehmen heute schon Homeoffice an.

Es kann noch mehr getan werden, wir alle sind jetzt gefordert.

Es ist eine Anstrengung für viele Menschen.

Manchmal geht's nicht, aber nutzt alle Möglichkeiten.

Das ist unser Ansinnen.

Ob es auch sonst härtere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus braucht:

Darüber will die Kanzlerin am Dienstag sprechen.

Man wird erst reden, was ist mit dem Shutdown,

muss er verlängert werden, sind die Maßnahmen ausreichend?

Aber es wäre zu früh, zu sagen, um was es geht.

Es geht darum, die Kontakte weiter zu reduzieren.

Wie das aussehen könnte, will noch niemand aussprechen.

Uli Meerkamm in Berlin, Kanzlerin Merkel

will das Bund-Länder-Treffen vorverlegen auf die kommende Woche.

Mit welcher Linie gehen die Beteiligten in diesen Termin?

Es gab immer zwei Grundhaltungen.

Zum einen die handelnden Personen im Kanzleramt:

Eine Naturwissenschaftlerin und ein Mediziner.

Die sind auf der Linie der Epidemiologen.

Die wollten möglichst umfassend runterfahren.

Die Wirtschaft und das öffentliche Leben.

Die Ministerpräsidenten haben unterschiedliche Interessen.

Man kann davon ausgehen, dass es wieder Diskussionen gibt.

Welche Verschärfungen sind konkret im Gespräch?

Es ist schon durchgesickert,

dass die Reduzierung der Kontakte Thema sein wird.

Es geht da auch um den öffentlichen Personennahverkehr.

Der soll aber wohl nicht komplett eingestellt werden.

Aber Reduzierung dort erreicht man, indem man Homeoffice ausweitet.

Die Schweiz hat eine Verpflichtung fürs Homeoffice.

Das könnte man auch hier machen.

Dann könnte man vielleicht Zahlen wie im Frühjahr erreichen.

Deutschland hat bei der Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen

die Marke von zwei Millionen überschritten.

In einem Seniorenheim im Harz erhielt eine 101-Jährige

ihre Zweitimpfung gegen das Coronavirus.

Edith Kwoizalla war an Weihnachten bundesweit als Erste geimpft worden.

Heute sagte sie, es gehe ihr gut.

Der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer wird zweimal verimpft.

Erst dann soll er den gewünschten Schutz bieten.

Mehrmals verschoben wegen der Corona-Pandemie,

findet er nun online statt:

Der CDU-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Zum Auftakt sprechen die Kanzlerin

und Noch-Parteichefin Kramp-Karrenbauer.

Ihr Nachfolger soll morgen Vormittag bestimmt werden.

Beworben haben sich NRW-Ministerpräsident Laschet,

Ex-Unionsfraktionschef Merz sowie Außenpolitiker Röttgen.

Mit der Wahl entscheiden die Delegierten,

ob sich die Partei neu ausrichtet.

Eine leere Halle statt echter Parteitagsatmosphäre.

Hier wird der erste voll digitale CDU-Parteitag ablaufen.

Die Kandidaten halten ihre Reden in die Kameras.

Die Delegiertenstimmen daheim stimmen zunächst elektronisch ab,

eine Briefwahl wird das Ergebnis bestätigen.

Im Bundestagswahljahr müsse sich die CDU breit aufstellen,

so der Generalsekretär.

Die Union ist dann stark,

wenn wir die Bandbreite der Gesellschaft abbilden.

Wenn wir christlich-sozial und liberal sind,

auch den wertkonservativen Flügel abbilden.

Die Kandidaten stehen für unterschiedliche Richtungen.

Viele Mitglieder der CDU-Führung

unterstützen den liberaleren Laschet als erfahrenen Ministerpräsidenten.

Merz gilt bei vielen an der CDU-Basis

als Wunschkandidat mit konservativer Kante.

Röntgen kommt bei jüngeren Mitgliedern gut an.

Wichtig sei, nach der Wahl die Anhänger

der unterlegenen Kandidaten einzubinden. of the losing candidates.

Als Erstes sind die drei Kandidaten selber gefordert.

Die beiden Unterlegenen müssen ihre Anhänger auf Kurs bringen. The two losers must get their supporters on course.

"Wir sind eine CDU."

Die größte Einflussmöglichkeit haben die beiden,

die morgen nicht gewählt werden.

Neben dem Parteivorsitzenden werden auch der CDU-Vorstand

und das Parteipräsidium neu gewählt.

Er hatte das CSU-Prestigeprojekt

gegen juristische Bedenken durchgeboxt.

Ex-Verkehrsminister Dobrindt musste zum Pkw-Maut-Desaster Ex-Transport Minister Dobrindt had to go to the car toll disaster

nun Rede und Antwort stehen vor dem Untersuchungsausschuss.

Er wies den Vorwurf zurück,

am Scheitern des Projekts mit schuld zu sein. to be partly to blame for the failure of the project.

Die EU-Kommission habe damals das deutsche Modell abgesegnet.

Der Europäische Gerichtshof hatte die Maut später gekippt.

Kurz vor 4 Uhr beendet Alexander Dobrindt seine Aussage

vor dem Untersuchungsausschuss.

Der Vorgänger von Verkehrsminister Scheuer

ist wortkarg angesichts der nächtlichen Stunde. is taciturn in view of the nocturnal hour.

Ich habe lang genug im Untersuchungsausschuss ausgesagt.

Dass die CSU ihre wichtigsten Zeugen stets mitten in der Nacht schicke:

Das zeige laut Opposition,

dass man Verantwortung verschleiern wolle.

Dobrindt gab an:

Seine Vorbereitung der Maut-Gesetze sei korrekt verlaufen,

die Umsetzung betreffe seinen Nachfolger.

Dass Alexander Dobrindt gesagt hat,

jeder Minister ist selbst für seine Handlungen verantwortlich:

Das zeigt Risse im CSU-Gebäude.

Er hat keine Schuld zu Andreas Scheuer geschoben. He didn't blame Andreas Scheuer.

Alexander Dobrindt hat sein Handeln erklärt.

Dobrindt war bis 2017 Bundesverkehrsminister.

Seine Verhandlungen mit der EU-Kommission

hätten ein umsetzbares Maut-Modell ergeben.

Dass Nachfolger Scheuer Verträge mit den Betreibern

trotz fehlender Rechtssicherheit unterschrieben habe: I signed despite the lack of legal certainty:

Das werten SPD und FDP als Führungsschwäche.

Wer trifft da die Entscheidungen.

Wie werden die vorbereitet, wenn jeder sagt:

"Muss jemand anders gewesen sein."

Herr Scheuer liest keine Akten, Mr. Scheuer does not read files,

hat sich immer intensiv mit seiner Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.

Auch ein Grund, warum die Sache schiefgegangen ist.

In den nächsten Wochen wird Scheuer nochmals vor den Ausschuss geladen.

Jahrelang soll der Erfurter Mediziner

Spitzensportler mit Blutdoping behandelt haben.

Jetzt wurde Mark S. schuldig gesprochen:

Vier Jahre und zehn Monate Haft, so das Landgericht München II,

dazu ein dreijähriges Berufsverbot.

Auch vier Helfer des Arztes erhielten Haft- und Geldstrafen.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Hajo Seppelt in München, durch Ihre ARD-Doku

wurde das Ganze öffentlich - vor fast genau zwei Jahren.

Der österreichische Ski-Langläufer Johannes Dürr

machte die Dopingpraxis öffentlich.

Wie begründet das Gericht das Urteil?

Es ist der Auffassung, dass der Hauptangeklagte

gegen das Anti-Dopinggesetz verstoßen hat.

Es geht um unerlaubte Anwendung von Doping-Methoden

um unerlaubten Umgang mit Doping-Mittlen.

Man war klar der Auffassung, dass der Arzt schuldig ist.

Es ist die höchste Strafe,

die seit Einführung des Gesetzes ausgesprochen wurde.

Hier werde Sportjustizgeschichte geschrieben, sagen Experten.

Inwiefern?

Weil es das erste Urteil dieser Größenordnung ist.

Es ist der erste Arzt,

der im Hochleistungssport auf Basis dieses Gesetzes verurteilt wurde.

Die Behörden hatten lange ermittelt.

Früher wurden Verdächtige nach dem Sportrecht abgeurteilt.

Und eher die Sportler als die Hintermänner.

Dieses Urteil hat eine historische Dimension.

Der designierte US-Präsident Biden will mit einem Hilfspaket

von 1,9 Billionen Dollar die Wirtschaft in Schwung bringen.

Auch Corona-Impfungen und -Tests sollen ausgeweitet werden.

170 Milliarden Dollar sind für Schulen und Universitäten vorgesehen.

Außerdem sollen Millionen US-Bürger

Konjunkturschecks bekommen von je 1400 Dollar.

Biden wird Mittwoch vereidigt.

Bettina Seidl ist in der Frankfurter Börse.

Wie kommt das an den Finanzmärkten an?

So ein dickes Konjunkturpaket ist goldrichtig für die Wirtschaft.

Aber Freude an der Börse sieht anders aus.

Viele haben schon lange vorher in Erwartung Aktien gekauft.

Wenn es kommt, wie gedacht,

dann realisiert mancher seine Gewinne.

Deshalb geben die Kurse nach.

Es gibt aber auch Zweifel,

ob Biden das Paket in dieser Größe durchbekommt.

Und wer soll das bezahlen?

Das geht wohl nur später mit höheren Steuern.

Das ist nicht nach dem Geschmack der Börse.

Aber so ein Hilfspaket schiebt die Wirtschaft an.

Danke nach Frankfurt.

Bei einem Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi

kamen mindestens 34 Menschen ums Leben.

Wie die Behörden mitteilten, gibt es Hunderte Verletzte.

Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass die Zahl der Toten noch steigt.

Viele Menschen seien verschüttet.

In der Provinzhauptstadt stürzte ein Krankenhaus ein.

Das Beben hatte eine Stärke von 6,2.

Es war ein Triumph der Technik,

ein Tag verbunden mit großen Hoffnungen:

Auf Fortschritt, Moderne und das Ende von Hungersnöten.

Die Eröffnung des Assuan-Staudamms in Ägypten vor 50 Jahren.

Erstmals war es nun möglich,

die Flut des Nils zu kontrollieren, des längsten Flusses in Afrika.

Der Assuan-Staudamm schuf ein riesiges Wasserreservoir -

nutzbar für Landwirtschaft und Stromgewinnung.

Er gilt als Symbol arabischen Stolzes.

Der Assuan-Staudamm versorgt Ägypten mit Strom,

bändigt den Nil, schafft neue Ackerfläche.

Dennoch fällt die Bilanz nach 50 Jahren wechselhaft aus.

Versalzung der Böden, Erosion und schlechte Wasserqualität

sind unerwünschte Nebenwirkungen.

Die Vorteile aber überwiegen.

Wir hatten verheerende Fluten,

die viele Menschen trafen, ihr Eigentum auffraßen.

Dann wieder Dürren, die Hungersnot und Tod verursachten.

Das Land war nicht geschützt vor dem Bau das Damms.

In zehn Jahren bauen 30.000 Arbeiter den gigantischen Damm.

Die Sowjetunion schickt 2000 Ingenieure,

will sich Einfluss in Ägypten sichern.

Bis zur Einweihung im Januar 1971

kommen Hunderte Bauarbeiter ums Leben.

Besonders bitter trifft es

50.000 Menschen der nubischen Volksgruppe.

Sie wurden umgesiedelt aus ihrem traditionellen Lebensraum.

Viele hatten Heimweh und wollten zurück.

Sie waren dort verwurzelt.

Die Nubier sind an den Flussbetten des Nils zu Hause.

Plötzlich fanden wir uns in der Wüste wieder.

Ein Jahrhundertbauwerk, das Ägypten in die Moderne führt.

Aber es greift massiv ein in den Kreislauf der Natur

und hinterlässt bis heute Narben.

Einige Lkw-Fahrer mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen.

Das Winterwetter sorgt im Südwesten für chaotische Straßenverhältnisse.

In Baden-Württemberg wurden viele Strecken gesperrt,

weil sie nicht mehr geräumt werden konnten.

Eine Spaziergängerin von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Auch aus dem Saarland werden schneebedingte Unfälle gemeldet.

Um 13 Uhr im Mittagsmagazin gibt es die nächste tagesschau.

Es folgt das ARD-Buffet.

Ihnen noch einen guten Tag.

Copyright Untertitel: NDR 2021

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