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2021 Tagesschau, Sendung: tagesschau 11.01.2021 - Verschärfte Corona-Beschränkungen

Sendung: tagesschau 11.01.2021 - Verschärfte Corona-Beschränkungen

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Erst mal bis Ende Januar sollen die Corona-Beschränkungen gelten,

die seit Mitternacht in Kraft getreten sind.

Noch stärker müssen wir unsere Kontakte zurückfahren.

Und es gibt Auflagen für die Bewegungsfreiheit

in Gebieten mit hohen Infektionszahlen.

Doch bundesweit einheitlich ist das nicht geregelt.

Gute Nachrichten gibt es für die Impfkampagne.

Erste Dosen des Moderna-Impfstoffs

sollen morgen in den Bundesländern ankommen.

Impf-Start in Riesa:

Nach den Impfungen in Pflegeheimen

nehmen die 13 Impfzentren Sachsens ihren Betrieb auf.

Los geht es heute auch mit den verschärften Corona-Maßnahmen,

die bundesweit gelten.

Die Kontakte werden weiter eingeschränkt:

Die meisten Bundesländer machen bei Kindern aber Ausnahmen.

Wo der Inzidenzwert über 200 liegt,

wird der Bewegungsradius auf 15 Kilometer beschränkt.

In Sachsen gilt das schon seit Dezember.

Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh.

Wirkliche Auskunft, was das für die Infektionen gebracht hat,

haben wir erst in einer Woche.

Weil durch Weihnachten und Neujahr

die Auswertungen in ganz Deutschland noch nicht so stabil sind.

In Thüringen gilt der 15-Kilometer-Radius

nur als Empfehlung.

Bundesgesundheitsminister Spahn appellierte an die Länder,

die Maßnahmen einheitlich umzusetzen.

Und zur Einhaltung aller Regeln.

Ich weiß, dass das schwerfällt.

Aber es ist wichtig in den nächsten Wochen,

die Kontakte zu reduzieren.

Wenn man sich trifft, dann idealerweise draußen.

Und auch dort mit Mindestabstand und Maske.

Auch das hatten Bund und Länder vergangene Woche beschlossen:

Kita-Kinder und Schüler sollen erst mal zu Hause bleiben.

In der Umsetzung zeigt sich aber:

Bundesweit einheitliche Regelungen für die Schulen gibt es nicht.

Heute wurde in Mecklenburg-Vorpommern

Präsenzunterricht für Abschlussklassen angesetzt.

In Berlin entschied man sich dagegen.

Die Klassenräume bleiben leer

im Ernst-Abbe-Gymnasium in Berlin-Neukölln.

Für heute war die vorsichtige Rückkehr

einzelner Jahrgänge geplant.

Dann entschied sich Berlin gegen die Öffnung.

Der Schulleiter ist zufrieden.

Sie können nicht privaten Haushalten verbieten,

mit vielen Personen Kontakt zu haben.

Und hier in Neukölln in einem kleinen Klassenraum

treffen sich 15 Haushalte.

So sieht es in vielen Schulen bundesweit aus.

Nur vereinzelt dürfen Kleingruppen in den Präsenzunterricht,

etwa zur Vorbereitung auf Prüfungen.

Doch beim Unterricht von zu Hause hakt es.

In Baden-Württemberg war heute

die digitale Lernplattform teilweise nicht erreichbar.

Viele Schulen seien schlecht organisiert.

Es gibt Schulen, die im zehnten Monat der Pandemie

Aufgabenblätter verschicken, die sich nicht bearbeiten lassen.

Lehrkräfte stellen die falschen Aufgaben

an die falschen Klassen.

Es gibt keine Pläne,

wie diese Aufgaben abgearbeitet werden sollen.

Einheitliche Corona-Regeln fordert die Familienministerin Giffey.

Es brauche einen gemeinsamen Rahmen

für die Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Arbeiten von zu Hause hat einen Schub erlebt.

Aus Gewerkschaftssicht ist die Gesetzeslage aber ungenügend.

Bislang entscheiden allein die Arbeitgeber,

ob Homeoffice möglich ist.

Das könne nicht sein, sagte DGB-Chef Hoffmann.

Er pocht auf einen gesetzlichen Anspruch.

Den wollte Arbeitsminister Heil Ende 2020 einführen.

Er scheiterte aber am Widerstand der Union.

Der Textilhändler Adler Modemärkte stellte wegen Überschuldung

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aschaffenburg.

Ziel sei, das Unternehmen in Eigenverwaltung zu sanieren

und das Geschäft unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters fortzuführen.

Die Aktiengesellschaft spricht von erheblichen Umsatzeinbußen

durch den neuerlichen Lockdown.

Adler hatte Ende September etwa 3350 Mitarbeiter.

Es mangelt nicht nur im Gesundheitsbereich

an Personal, Geld und der Technik.

Das Corona-Jahr 2020

legte viele Defizite im öffentlichen Dienst offen.

Der Beamtenbund sieht Staat, Gesellschaft und Wirtschaft

in der Pandemiebekämpfung an der Grenze der Überforderung.

Laut Gewerkschaftschef Silberbach ist eine Verbesserung

des Notfallmanagements bei Bund und Ländern dringend nötig.

Kontaktaufnahme mit dem Berliner Gesundheitsamt im Jahre 2021:

Die Corona-Meldungen muss das Labor ausdrucken

und per Fax versenden.

Im Gesundheitsamt werden die Daten wieder in den Rechner eingegeben.

Die Corona-Pandemie zeigt die Schwächen der Verwaltung auf.

Wir leben in vielen Bereichen noch im Kreidezeitalter.

Wenn Sie die Situation in den Gesundheitsämtern sehen,

wo wir mit Zettel, Stift und Fax teilweise heute noch arbeiten.

Das wird dem Staat und dem öffentlichen Dienst

nicht gerecht.

Der öffentliche Dienst wurde zu lange

finanziell und personell auf Kante genäht.

Das würde sich jetzt rächen.

Man kann den öffentlichen Dienst nicht als Spardose begreifen.

Wir sehen das bei den Gesundheitsämtern.

Da wurde jahrelang gespart.

Dann gibt es Probleme bei einer so großen Herausforderung

wie einer Pandemie.

Digitalisierung und klare Strukturen müssten aufgebaut werden.

Damit das System besser funktionieren kann.

Beobachter halten die Erfolgsaussichten für gering.

Dennoch wollen die US-Demokraten versuchen,

Trump vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zu entmachten.

Laut der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Pelosi,

stellt die Kammer Vizepräsident Pence zunächst ein Ultimatum.

Er soll binnen 24 Stunden Trumps Absetzung einleiten.

Passiert das nicht,

will die Kongresskammer ein Amtsenthebungsverfahren anstoßen.

Auf der indonesischen Hauptinsel Java ist die Zahl der Todesopfer

durch zwei Erdrutsche auf mindestens 19 gestiegen.

Viele Verschüttete werden vermisst.

Laut der Behörden konnten 150 Menschen gerettet werden.

Nach einem Erdrutsch am Samstag hatten am Sonntag neue Erdmassen

auch Rettungskräfte unter sich begraben.

Sir Simon Rattle wird neuer Chefdirigent

von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Der 65-Jährige wird sein Amt in zweieinhalb Jahren antreten.

Rattle ist derzeit Chefdirigent beim London Symphony Orchestra.

Zuvor leitete er die Berliner Philharmoniker.

Der BR lobte ihn als "eine der aussagekräftigsten

Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit".

Rattle stehe für "einen Geist der Offenheit,

der Erneuerung und des Aufbruchs" innerhalb der klassischen Musikwelt.

Um 15 Uhr bringen wir Sie gern wieder auf den neuesten Stand.

Bis dahin.

Copyright Untertitel: NDR 2021



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Sendung: tagesschau 11.01.2021 - Verschärfte Corona-Beschränkungen

Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau.

Heute im Studio: Susanne Holst

Guten Tag, willkommen zur tagesschau.

Erst mal bis Ende Januar sollen die Corona-Beschränkungen gelten,

die seit Mitternacht in Kraft getreten sind.

Noch stärker müssen wir unsere Kontakte zurückfahren.

Und es gibt Auflagen für die Bewegungsfreiheit

in Gebieten mit hohen Infektionszahlen.

Doch bundesweit einheitlich ist das nicht geregelt.

Gute Nachrichten gibt es für die Impfkampagne.

Erste Dosen des Moderna-Impfstoffs

sollen morgen in den Bundesländern ankommen.

Impf-Start in Riesa:

Nach den Impfungen in Pflegeheimen

nehmen die 13 Impfzentren Sachsens ihren Betrieb auf.

Los geht es heute auch mit den verschärften Corona-Maßnahmen,

die bundesweit gelten.

Die Kontakte werden weiter eingeschränkt:

Die meisten Bundesländer machen bei Kindern aber Ausnahmen.

Wo der Inzidenzwert über 200 liegt,

wird der Bewegungsradius auf 15 Kilometer beschränkt.

In Sachsen gilt das schon seit Dezember.

Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh.

Wirkliche Auskunft, was das für die Infektionen gebracht hat,

haben wir erst in einer Woche.

Weil durch Weihnachten und Neujahr

die Auswertungen in ganz Deutschland noch nicht so stabil sind.

In Thüringen gilt der 15-Kilometer-Radius

nur als Empfehlung.

Bundesgesundheitsminister Spahn appellierte an die Länder,

die Maßnahmen einheitlich umzusetzen.

Und zur Einhaltung aller Regeln.

Ich weiß, dass das schwerfällt.

Aber es ist wichtig in den nächsten Wochen,

die Kontakte zu reduzieren.

Wenn man sich trifft, dann idealerweise draußen.

Und auch dort mit Mindestabstand und Maske.

Auch das hatten Bund und Länder vergangene Woche beschlossen:

Kita-Kinder und Schüler sollen erst mal zu Hause bleiben.

In der Umsetzung zeigt sich aber:

Bundesweit einheitliche Regelungen für die Schulen gibt es nicht.

Heute wurde in Mecklenburg-Vorpommern

Präsenzunterricht für Abschlussklassen angesetzt.

In Berlin entschied man sich dagegen.

Die Klassenräume bleiben leer

im Ernst-Abbe-Gymnasium in Berlin-Neukölln.

Für heute war die vorsichtige Rückkehr

einzelner Jahrgänge geplant.

Dann entschied sich Berlin gegen die Öffnung.

Der Schulleiter ist zufrieden.

Sie können nicht privaten Haushalten verbieten,

mit vielen Personen Kontakt zu haben.

Und hier in Neukölln in einem kleinen Klassenraum

treffen sich 15 Haushalte.

So sieht es in vielen Schulen bundesweit aus.

Nur vereinzelt dürfen Kleingruppen in den Präsenzunterricht,

etwa zur Vorbereitung auf Prüfungen.

Doch beim Unterricht von zu Hause hakt es.

In Baden-Württemberg war heute

die digitale Lernplattform teilweise nicht erreichbar.

Viele Schulen seien schlecht organisiert.

Es gibt Schulen, die im zehnten Monat der Pandemie

Aufgabenblätter verschicken, die sich nicht bearbeiten lassen.

Lehrkräfte stellen die falschen Aufgaben

an die falschen Klassen.

Es gibt keine Pläne,

wie diese Aufgaben abgearbeitet werden sollen.

Einheitliche Corona-Regeln fordert die Familienministerin Giffey.

Es brauche einen gemeinsamen Rahmen

für die Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Arbeiten von zu Hause hat einen Schub erlebt.

Aus Gewerkschaftssicht ist die Gesetzeslage aber ungenügend.

Bislang entscheiden allein die Arbeitgeber,

ob Homeoffice möglich ist.

Das könne nicht sein, sagte DGB-Chef Hoffmann.

Er pocht auf einen gesetzlichen Anspruch.

Den wollte Arbeitsminister Heil Ende 2020 einführen.

Er scheiterte aber am Widerstand der Union.

Der Textilhändler Adler Modemärkte stellte wegen Überschuldung

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aschaffenburg.

Ziel sei, das Unternehmen in Eigenverwaltung zu sanieren

und das Geschäft unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters fortzuführen.

Die Aktiengesellschaft spricht von erheblichen Umsatzeinbußen

durch den neuerlichen Lockdown.

Adler hatte Ende September etwa 3350 Mitarbeiter.

Es mangelt nicht nur im Gesundheitsbereich

an Personal, Geld und der Technik.

Das Corona-Jahr 2020

legte viele Defizite im öffentlichen Dienst offen.

Der Beamtenbund sieht Staat, Gesellschaft und Wirtschaft

in der Pandemiebekämpfung an der Grenze der Überforderung.

Laut Gewerkschaftschef Silberbach ist eine Verbesserung

des Notfallmanagements bei Bund und Ländern dringend nötig.

Kontaktaufnahme mit dem Berliner Gesundheitsamt im Jahre 2021:

Die Corona-Meldungen muss das Labor ausdrucken

und per Fax versenden.

Im Gesundheitsamt werden die Daten wieder in den Rechner eingegeben.

Die Corona-Pandemie zeigt die Schwächen der Verwaltung auf.

Wir leben in vielen Bereichen noch im Kreidezeitalter.

Wenn Sie die Situation in den Gesundheitsämtern sehen,

wo wir mit Zettel, Stift und Fax teilweise heute noch arbeiten.

Das wird dem Staat und dem öffentlichen Dienst

nicht gerecht.

Der öffentliche Dienst wurde zu lange

finanziell und personell auf Kante genäht.

Das würde sich jetzt rächen.

Man kann den öffentlichen Dienst nicht als Spardose begreifen.

Wir sehen das bei den Gesundheitsämtern.

Da wurde jahrelang gespart.

Dann gibt es Probleme bei einer so großen Herausforderung

wie einer Pandemie.

Digitalisierung und klare Strukturen müssten aufgebaut werden.

Damit das System besser funktionieren kann.

Beobachter halten die Erfolgsaussichten für gering.

Dennoch wollen die US-Demokraten versuchen,

Trump vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zu entmachten.

Laut der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Pelosi,

stellt die Kammer Vizepräsident Pence zunächst ein Ultimatum.

Er soll binnen 24 Stunden Trumps Absetzung einleiten.

Passiert das nicht,

will die Kongresskammer ein Amtsenthebungsverfahren anstoßen.

Auf der indonesischen Hauptinsel Java ist die Zahl der Todesopfer

durch zwei Erdrutsche auf mindestens 19 gestiegen.

Viele Verschüttete werden vermisst.

Laut der Behörden konnten 150 Menschen gerettet werden.

Nach einem Erdrutsch am Samstag hatten am Sonntag neue Erdmassen

auch Rettungskräfte unter sich begraben.

Sir Simon Rattle wird neuer Chefdirigent

von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Der 65-Jährige wird sein Amt in zweieinhalb Jahren antreten.

Rattle ist derzeit Chefdirigent beim London Symphony Orchestra.

Zuvor leitete er die Berliner Philharmoniker.

Der BR lobte ihn als "eine der aussagekräftigsten

Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit".

Rattle stehe für "einen Geist der Offenheit,

der Erneuerung und des Aufbruchs" innerhalb der klassischen Musikwelt.

Um 15 Uhr bringen wir Sie gern wieder auf den neuesten Stand.

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