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www.dw.com, Land unter in Venedig

Der Markusplatz ist überflutet, viele Gebäude stehen unter Wasser: So ein Hochwasser wie im November 2019 hat die italienische Lagunenstadt lange nicht erlebt. Und es droht sogar die Aberkennung des Weltkulturerbetitels.

Einmal mit einer Gondel über den Canale Grande in Venedig zu fahren, ist der Traum vieler Touristen. Die norditalienische Stadt ist für ihre vielen Wasserstraßen und historischen Gebäude berühmt, jährlich kommen mehr als 22 Millionen Besucher. Land unter ist für Venedig nichts Neues. Im November 2019 erreichte das Hochwasser  aber einen alarmierenden Stand von 1,87 Meter über dem Meeresspiegel – so hoch stand das Wasser seit 53 Jahren nicht mehr.

„Dieses Hochwasser wird eine Wunde in der Stadt hinterlassen, die nicht so schnell heilen wird“, so Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro. In der Lagunenstadt, die seit 1987 zum Weltkulturerbe gehört, steht viel auf dem Spiel. Viele historische Gebäude sind überflutet, auch der berühmte Markusdom steht unter Wasser. Die Schäden liegen mindestens bei einer Milliarde Euro.

Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, sagt: „Venedig muss aufpassen!“ Der Stadt droht schon seit 2015 die Aberkennung des Weltkulturerbetitels. Grund dafür sind vor allem die vielen Kreuzfahrtschiffe, die durch die engen Wasserstraßen fahren dürfen. Außerdem ist die Stadt so teuer geworden, dass immer mehr Einheimische Venedig verlassen müssen. „Wir wollen keine Museumsstadt“, so Rössler. Es ist schwer, eine Lösung für das Problem zu finden, denn die Stadt lebt vom Tourismus.

Jetzt kommt durch das schlimme Hochwasser ein weiteres Problem hinzu. Klar ist: Venedig ist vom Klimawandel besonders betroffen. Starker Regen und der steigende Meeresspiegel sind die sichtbarsten Zeichen. Die Aberkennung des Weltkulturerbetitels wäre eine weitere Katastrophe für die Stadt. „Soweit sollte es nicht kommen“, sagt Mechtild Rössler und bietet sogar Expertenhilfe an: „Wenn Venedig uns anfragt, stehen wir bereit.“



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Der Markusplatz ist überflutet, viele Gebäude stehen unter Wasser: So ein Hochwasser wie im November 2019 hat die italienische Lagunenstadt lange nicht erlebt. Und es droht sogar die Aberkennung des Weltkulturerbetitels.

Einmal mit einer Gondel über den Canale Grande in Venedig zu fahren, ist der Traum vieler Touristen. Die norditalienische Stadt ist für ihre vielen Wasserstraßen und historischen Gebäude berühmt, jährlich kommen mehr als 22 Millionen Besucher. Land unter ist für Venedig nichts Neues. Im November 2019 erreichte das Hochwasser  aber einen alarmierenden Stand von 1,87 Meter über dem Meeresspiegel – so hoch stand das Wasser seit 53 Jahren nicht mehr.

„Dieses Hochwasser wird eine Wunde in der Stadt hinterlassen, die nicht so schnell heilen wird“, so Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro. In der Lagunenstadt, die seit 1987 zum Weltkulturerbe gehört, steht viel auf dem Spiel. Viele historische Gebäude sind überflutet, auch der berühmte Markusdom steht unter Wasser. Die Schäden liegen mindestens bei einer Milliarde Euro.

Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, sagt: „Venedig muss aufpassen!“ Der Stadt droht schon seit 2015 die Aberkennung des Weltkulturerbetitels. Grund dafür sind vor allem die vielen Kreuzfahrtschiffe, die durch die engen Wasserstraßen fahren dürfen. Außerdem ist die Stadt so teuer geworden, dass immer mehr Einheimische Venedig verlassen müssen. „Wir wollen keine Museumsstadt“, so Rössler. Es ist schwer, eine Lösung für das Problem zu finden, denn die Stadt lebt vom Tourismus.

Jetzt kommt durch das schlimme Hochwasser ein weiteres Problem hinzu. Klar ist: Venedig ist vom Klimawandel besonders betroffen. Starker Regen und der steigende Meeresspiegel sind die sichtbarsten Zeichen. Die Aberkennung des Weltkulturerbetitels wäre eine weitere Katastrophe für die Stadt. „Soweit sollte es nicht kommen“, sagt Mechtild Rössler und bietet sogar Expertenhilfe an: „Wenn Venedig uns anfragt, stehen wir bereit.“


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