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German LingQ Podcast 1.0, #6 Carla und Britta - die soziale Lage (socially concerned...)

#6 Carla und Britta - die soziale Lage (socially concerned...)

Carla: Meine Putzfrau mit der ich sehr gut befreundet bin auch, die hat drei oder vier Jobs, die arbeitet sehr hart, ihr Mann arbeitet sehr hart, es ist trotzdem kein Geld da.

Sie geht einmal die Woche zu Target oder so irgendwo hin und dann auch nur, wenn die Sachen auf Sale sind oder Walmart. Anders geht´s nicht. Die hat eine Mutter in Bolivien zu unterstützen, die kriegt keine Rente, die hat ein Kind, das ist zwar hier im Instate College, University. Die sind in Maryland, das ist zwar günstiger. Sie muss aber natürlich trotzdem bezahlen. Der nächste kommt jetzt ins College, und sie weiss nicht wie sie sich das leisten kann. Das sind Probleme. Die denkt nicht drüber nach… Britta: Zum Beispiel in anderen Ländern würde sehr viel Neid aufkommen.

Ist sie dann neidisch? Carla: Überhaupt nicht.

Sie ist das überhaupt nicht. Ich hatte mal eine Putzhilfe, die war sehr unangenehm. Sie hat offensichtlich ihren Arbeitgebern nicht gegönnt, dass es ihnen besser geht. Aber, nein, die Silva ist völlig anders. Die ist sehr zufrieden eigentlich, klagt nicht. Nein, hab ich noch nie gespürt, dass sie neidisch ist. Oder so, ne gar nicht. Britta: Na, ich denk auch, dass das ein Punkt ist, der in Amerika vielleicht auch sehr, sehr positiv ist, dass dann die Leute, viele Leute die Meinung haben, sie können es schaffen, sie können sich den amerikanischen Traum verwirklichen, man muss hart arbeiten.

Aber vielleicht dann hat man die Möglichkeit, sich diesen Traum zu verwirklichen. In Deutschland würde man eher drüber reden und dann trotzdem nichts ändern. Also so Karrierewechsel, mal 5 Jahre hier arbeiten, mal 5 Jahre dort arbeiten. Das ist eigentlich eher nicht die Regel, eigentlich überhaupt nicht die Regel den Arbeitsplatz zu wechseln. Ähnlich wie ein Haus, das hast du die ganze Zeit, für dein Leben lang und den Job hast du eigentlich auch dein Leben lang. Carla: Das macht eher einen schlechten Eindruck, wenn du öfters mal wechselst.

Hier ist es umgekehrt. Britta: Das finde ich eigentlich ganz angenehm.

Auch wenn es hart ist, du hast zumindest die Möglichkeit oder du findest eher neugierige Leute, die dann der Meinung sind: „Oh, das ist aber eine gute Idee, die...“ Carla: ...probieren wir mal.

Britta: Probieren wir mal oder wenn man scheitert, dass man richtig scheitern kann aber dann trotzdem noch wieder Ermutigung findet, nicht sofort vielleicht, aber Möglichkeiten findet, wieder von neuem anzufangen.

Das finde ich schon - eigentlich die positive Einstellung gegenüber dem was Leben oder Arbeit ist, das finde ich schon sehr gut. Carla: Die Gesellschaft ist wesentlich mobiler, durchlässiger, nach oben und unten wahrscheinlich, in beide Richtungen, und sehr aufgeschlossen allem Neuen, fast schon ein bisschen in kindlicher Weise manchmal.

Science Fiction, nicht umsonst ist das Wort Englisch, ja, gibt es da einen deutschen Ausdruck dafür? Nein, Zukunfts… Britta: Zukunftsroman.

Das klingt schon wieder schwer. Carla: Also jeder benutzt Science Fiction.

Ja, also diese Offenheit allem Neuen gegenüber, optimistisch manchmal ein bisschen naiv, kindlicher Optimismus. Häufig wir schaffen das. Und das ist auch bei den Einzelnen vorhanden. Britta: Das sollte man eigentlich ein bisschen nach Deutschland bringen.

Carla: Ja, das ist etwas, was in Deutschland garantiert fehlt.

Dieses Gefühl, man kann es auch anders machen. Wir probieren es einfach mal. Das fehlt in Deutschland häufig. Britta: Das verhindert dann auch viel.

Wichtige Erfindungen, zumindest im Computerbereich, eher dann hier gemacht werden von ganz jungen Leuten. Erst heute habe ich gelesen, dass der 26jährige Erfinder von Facebook Milliardär ist, oder 23. Das ist schon... Das ist in Deutschland glaub ich nicht der Fall. Die reichsten Deutschen, das sind die Gebrüder Aldi immer noch, und die sind eben reich geworden durch ihre Supermarktkette mit dem eigenwilligen Konzept, alle zu unterbieten. Das ist so ein bisschen wie Walmart, aber die seit Jahren diese Liste anführen. Aber da ist kaum ein junger Mensch mit einer Erfindung dabei, der jetzt in diese oberen Regionen der Einkommensmilliardäre gekommen wäre. Carla: Auch wenn man sich vorstellt, dass Bill Gates, ich weiß nicht in welchem Alter, er das College abgebrochen hat.

Der hat, glaube ich, keinen wirklichen Abschluß gemacht. Wohingegen in Deutschland es doch noch sehr wichtig ist. Deine Lehre, deine Ausbildung, dein Studium und dann hast du am Ende irgendeinen Titel. Diplom-Sowieso, Doktor Sowieso. Was irgendwie meistens, glaube ich, doch noch Vorraussetzung ist, um bestimmte Jobs zu bekommen oder auch wie du gesehen wirst in der Gesellschaft. Was hier eigentlich überhaupt keine Rolle spielt. Britta: Wahrscheinlich hätte Bill Gates überhaupt keinen Bankkredit in Deutschland bekommen.

Carla: Um Gotteswillen, ein Aussteiger…

Britta: Oder einfach das Spenden.

Warren Beatty hat sein Vermögen irgendwie verschenkt und ist trotzdem der reichste Mann der Welt. Carla: Ja, du meinst Bill Gates?

Britta: Ne, der ist jetzt Dritter.

Carla: Der ist Dritter ?

Britta: Aber Warren Beatty ist der reichste Mann der Welt und die reichste Frau der Welt ist von Loreal.

Carla: Ja, wirklich?

Britta: Die hat glaube ich 12 Milliarden.

Aber, dass überhaupt so was vorkommt, dass Ted Turner, ich glaube der hat der Uno, ich glaube, 1 Milliarde geschenkt, um die Schulden der USA zu bezahlen. Jetzt Drew Barrymore hat eine Million der Hungerhilfe gespendet letzte Woche. Das ist natürlich alles publicityträchtig, aber… Carla: Trotzdem….

Britta: Das würde bei uns nicht so ohne weiteres vorkommen.

Carla: Ja, ist Philanthropie ein deutsches Wort?

Philanthropie wird hier wesentlich größer geschrieben. Vielleicht, weil man sich hier weniger auf den Staat verlässt oder auch verlassen kann, dass vielmehr in Eigeninitiative hier passieren muss. Die Menschen sind hier schon in der Schule gewohnt, den Community Service, dass man selber was tun muss. Dass hier zum Beispiel hier im LaFayette Park die Leute, ohne die Stadt zu fragen, die gehen hin und pflanzen Tulpen oder sonstwas, damit der Park verschönt wird. Das kenne ich in Deutschland nicht. Da kommt die Stadtgärtnerei natürlich. Und wenn es nicht schön ist, ruf ich da an und beschwer mich, weil es unordentlich ist. Eigeninitiative hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Also bei uns hat man sich schon... Man verlässt sich sehr darauf, dass immer jemand anders zuständig ist, wo ich dann anrufen und mich beschweren kann und das einfordern kann. Auch dieses Anspruchsdenken in Deutschland mittlerweile, was der Staat oder wer immer das ist, alles machen muss. Das gibt es hier wesentlich weniger. Hier sind ja die Leute dankbar, wenn der Staat sich möglichst raushält. Wohingegen in Deutschland wird immer nach dem Staat gerufen, bei jedem kleinen Problem. Ob das die Stadtverwaltung ist oder Berlin, egal.



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#6 Carla und Britta - die soziale Lage (socially concerned...)

Carla: Meine Putzfrau mit der ich sehr gut befreundet bin auch, die hat drei oder vier Jobs, die arbeitet sehr hart, ihr Mann arbeitet sehr hart, es ist trotzdem kein Geld da. Carla: My cleaning lady with whom I am very good friends, she has three or four jobs, she works very hard, her husband works very hard, but there is no money left.

Sie geht einmal die Woche zu Target oder so irgendwo hin und dann auch nur, wenn die Sachen auf Sale sind oder Walmart. She goes to Target or somewhere once a week and then only when things are on sale or Walmart. Anders geht´s nicht. There is no other way. Die hat eine Mutter in Bolivien zu unterstützen, die kriegt keine Rente, die hat ein Kind, das ist zwar hier im Instate College, University. She has to support a mother in Bolivia, she doesn't get a pension, she has a child, which is here at Instate College, University. Die sind in Maryland, das ist zwar günstiger. They are in Maryland, which is cheaper. Sie muss aber natürlich trotzdem bezahlen. But of course you still have to pay. Der nächste kommt jetzt ins College, und sie weiss nicht wie sie sich das leisten kann. The next one is coming to college now and she doesn't know how to afford it. Das sind Probleme. These are problems. Die denkt nicht drüber nach… She doesn't think about it ... Britta: Zum Beispiel in anderen Ländern würde sehr viel Neid aufkommen. Britta: For example, in other countries, a lot of envy would arise.

Ist sie dann neidisch? Then is she jealous? Carla: Überhaupt nicht. Carla: Not at all.

Sie ist das überhaupt nicht. It is not at all. Ich hatte mal eine Putzhilfe, die war sehr unangenehm. I once had a cleaning aid that was very uncomfortable. Sie hat offensichtlich ihren Arbeitgebern nicht gegönnt, dass es ihnen besser geht. She obviously didn't allow her employers to be better off. Obviamente, no le entristeció a sus empleadores que lo estuvieran haciendo mejor. Aber, nein, die Silva ist völlig anders. But, no, the Silva is completely different. Pero no, el Silva es completamente diferente. Die ist sehr zufrieden eigentlich, klagt nicht. She is actually very satisfied, does not complain. Nein, hab ich noch nie gespürt, dass sie neidisch ist. No, I've never felt that she is jealous. Oder so, ne gar nicht. Or something like that, no. Britta: Na, ich denk auch, dass das ein Punkt ist, der in Amerika vielleicht auch sehr, sehr positiv ist, dass dann die Leute, viele Leute die Meinung haben, sie können es schaffen, sie können sich den amerikanischen Traum verwirklichen, man muss hart arbeiten. Britta: Well, I also think that this is a point that is perhaps also very, very positive in America, that people, a lot of people, think they can do it, they can make the American dream come true, man have to work hard.

Aber vielleicht dann hat man die Möglichkeit, sich diesen Traum zu verwirklichen. But maybe then you have the opportunity to make this dream come true. In Deutschland würde man eher drüber reden und dann trotzdem nichts ändern. In Germany you would rather talk about it and still not change anything. Also so Karrierewechsel, mal 5 Jahre hier arbeiten, mal 5 Jahre dort arbeiten. So career change, working here for 5 years, working there for 5 years. Das ist eigentlich eher nicht die Regel, eigentlich überhaupt nicht die Regel den Arbeitsplatz zu wechseln. This is not really the rule, actually not the rule to change jobs. Ähnlich wie ein Haus, das hast du die ganze Zeit, für dein Leben lang und den Job hast du eigentlich auch dein Leben lang. Like a house, you have it all the time, for your whole life, and you have the job all your life too. Carla: Das macht eher einen schlechten Eindruck, wenn du öfters mal wechselst. Carla: It makes a bad impression if you change frequently.

Hier ist es umgekehrt. Here it is the other way round. Britta: Das finde ich eigentlich ganz angenehm. Britta: I actually find that very pleasant.

Auch wenn es hart ist, du hast zumindest die Möglichkeit oder du findest eher neugierige Leute, die dann der Meinung sind: „Oh, das ist aber eine gute Idee, die...“ Even if it's tough, you at least have the opportunity or you find more curious people who then think: "Oh, that's a good idea that ..." Carla: ...probieren wir mal. Carla: ... let's try it.

Britta: Probieren wir mal oder wenn man scheitert, dass man richtig scheitern kann aber dann trotzdem noch wieder Ermutigung findet, nicht sofort vielleicht, aber Möglichkeiten findet, wieder von neuem anzufangen. Britta: Let's give it a try or if you fail that you can really fail but still find encouragement, maybe not immediately, but find ways to start again.

Das finde ich schon - eigentlich die positive Einstellung gegenüber dem was Leben oder Arbeit ist, das finde ich schon sehr gut. I think so - actually the positive attitude towards what life or work is, I find that very good. Carla: Die Gesellschaft ist wesentlich mobiler, durchlässiger, nach oben und unten wahrscheinlich, in beide Richtungen, und sehr aufgeschlossen allem Neuen, fast schon ein bisschen in kindlicher Weise manchmal. Carla: The society is much more mobile, more permeable, up and down probably, in both directions, and very open-minded to everything new, almost a bit childish at times.

Science Fiction, nicht umsonst ist das Wort Englisch, ja, gibt es da einen deutschen Ausdruck dafür? Science fiction, not for nothing is the word English, yes, is there a German expression for it? Nein, Zukunfts… No, future ... Britta: Zukunftsroman. Britta: science fiction.

Das klingt schon wieder schwer. That sounds hard again. Carla: Also jeder benutzt Science Fiction. Carla: So everyone uses science fiction.

Ja, also diese Offenheit allem Neuen gegenüber, optimistisch manchmal ein bisschen naiv, kindlicher Optimismus. Yes, that openness to something new, optimistic sometimes a bit naive, childlike optimism. Häufig wir schaffen das. Often we can do that. Und das ist auch bei den Einzelnen vorhanden. And that is also the case with the individual. Britta: Das sollte man eigentlich ein bisschen nach Deutschland bringen. Britta: You should actually bring that a little to Germany.

Carla: Ja, das ist etwas, was in Deutschland garantiert fehlt. Carla: Yes, that's something that is guaranteed to be missing in Germany.

Dieses Gefühl, man kann es auch anders machen. This feeling, you can do it differently. Wir probieren es einfach mal. We'll give it a try. Das fehlt in Deutschland häufig. This is often missing in Germany. Britta: Das verhindert dann auch viel. Britta: That also prevents a lot.

Wichtige Erfindungen, zumindest im Computerbereich, eher dann hier gemacht werden von ganz jungen Leuten. Important inventions, at least in the computer field, rather then made here by very young people. Erst heute habe ich gelesen, dass der 26jährige Erfinder von Facebook Milliardär ist, oder 23. Only today I read that the 26-year-old inventor of Facebook is billionaire, or 23. Das ist schon... Das ist in Deutschland glaub ich nicht der Fall. That's it ... That's not the case in Germany. Die reichsten Deutschen, das sind die Gebrüder Aldi immer noch, und die sind eben reich geworden durch ihre Supermarktkette mit dem eigenwilligen Konzept, alle zu unterbieten. The richest Germans are still the Aldi brothers, and they just got rich through their supermarket chain with the idiosyncratic concept of undercutting everyone. Das ist so ein bisschen wie Walmart, aber die seit Jahren diese Liste anführen. It's kind of like Walmart, but they've been on the list for years. Aber da ist kaum ein junger Mensch mit einer Erfindung dabei, der jetzt in diese oberen Regionen der Einkommensmilliardäre gekommen wäre. But there is hardly a young person with an invention, who would now have come to these upper regions of income billionaires. Carla: Auch wenn man sich vorstellt, dass Bill Gates, ich weiß nicht in welchem Alter, er das College abgebrochen hat. Carla: Even if you imagine Bill Gates, I don't know what age, he dropped out of college.

Der hat, glaube ich, keinen wirklichen Abschluß gemacht. I don't think he really graduated. Wohingegen in Deutschland es doch noch sehr wichtig ist. Whereas in Germany it is still very important. Deine Lehre, deine Ausbildung, dein Studium und dann hast du am Ende irgendeinen Titel. Your apprenticeship, your training, your studies and then you have a title at the end. Diplom-Sowieso, Doktor Sowieso. Diplom-Anyway, Doctor Anyway. Was irgendwie meistens, glaube ich, doch noch Vorraussetzung ist, um bestimmte Jobs zu bekommen oder auch wie du gesehen wirst in der Gesellschaft. Which somehow mostly, I believe, is still a prerequisite to get certain jobs or even as you are seen in society. Was hier eigentlich überhaupt keine Rolle spielt. Which doesn't really matter here. Britta: Wahrscheinlich hätte Bill Gates überhaupt keinen Bankkredit in Deutschland bekommen. Britta: Bill Gates would probably not have had a bank loan in Germany at all.

Carla: Um Gotteswillen, ein Aussteiger… Carla: For God's sake, a dropout ...

Britta: Oder einfach das Spenden. Britta: Or just donating.

Warren Beatty hat sein Vermögen irgendwie verschenkt und ist trotzdem der reichste Mann der Welt. Warren Beatty somehow gave away his fortune and is still the richest man in the world. Carla: Ja, du meinst Bill Gates? Carla: Yeah, you mean Bill Gates?

Britta: Ne, der ist jetzt Dritter. Britta: No, he's third now.

Carla: Der ist Dritter ? Carla: He's third?

Britta: Aber Warren Beatty ist der reichste Mann der Welt und die reichste Frau der Welt ist von Loreal. Britta: But Warren Beatty is the richest man in the world and the richest woman in the world is from Loreal.

Carla: Ja, wirklich? Carla: Yes, really?

Britta: Die hat glaube ich 12 Milliarden. Britta: I think it has 12 billion.

Aber, dass überhaupt so was vorkommt, dass Ted Turner, ich glaube der hat der Uno, ich glaube, 1 Milliarde geschenkt, um die Schulden der USA zu bezahlen. But that something like this happens that Ted Turner, I think he gave the UN, I think gave 1 billion to pay the US debt. Jetzt Drew Barrymore hat eine Million der Hungerhilfe gespendet letzte Woche. Now Drew Barrymore has donated one million in hunger relief last week. Das ist natürlich alles publicityträchtig, aber… Of course, this is all publicity, but ... Carla: Trotzdem…. Carla: Still ...

Britta: Das würde bei uns nicht so ohne weiteres vorkommen. Britta: That would not happen so easily with us.

Carla: Ja, ist Philanthropie ein deutsches Wort? Carla: Yes, is philanthropy a German word?

Philanthropie wird hier wesentlich größer geschrieben. Philanthropy is written much larger here. Vielleicht, weil man sich hier weniger auf den Staat verlässt oder auch verlassen kann, dass vielmehr in Eigeninitiative hier passieren muss. Perhaps because one relies less on the state or can also rely on the fact that it has to happen on one's own initiative. Die Menschen sind hier schon in der Schule gewohnt, den Community Service, dass man selber was tun muss. People are already used to school here, the community service that you have to do something yourself. Dass hier zum Beispiel hier im LaFayette Park die Leute, ohne die Stadt zu fragen, die gehen hin und pflanzen Tulpen oder sonstwas, damit der Park verschönt wird. That here in LaFayette Park, for example, people go there and plant tulips or whatever, without asking the city, so that the park is embellished. Das kenne ich in Deutschland nicht. I don't know that in Germany. Da kommt die Stadtgärtnerei natürlich. That's where the city garden comes of course. Und wenn es nicht schön ist, ruf ich da an und beschwer mich, weil es unordentlich ist. And if it’s not nice, I call and complain because it’s messy. Eigeninitiative hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Personal initiative has a completely different status here than with us. Also bei uns hat man sich schon... Man verlässt sich sehr darauf, dass immer jemand anders zuständig ist, wo ich dann anrufen und mich beschweren kann und das einfordern kann. So with us you have already ... You rely very much that someone else is always responsible, where I can call and complain and demand that. Auch dieses Anspruchsdenken in Deutschland mittlerweile, was der Staat oder wer immer das ist, alles machen muss. Even this claim thinking in Germany meanwhile, what the state or whoever that is, must do everything. Das gibt es hier wesentlich weniger. There is much less here. Hier sind ja die Leute dankbar, wenn der Staat sich möglichst raushält. Here people are grateful if the state keeps out as much as possible. Wohingegen in Deutschland wird immer nach dem Staat gerufen, bei jedem kleinen Problem. Whereas in Germany is always called to the state, with every little problem. Ob das die Stadtverwaltung ist oder Berlin, egal. Whether that is the city administration or Berlin, does not matter.

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