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Youtube Deutsch, Rauchen aufhören: Nach 2 Jahren wieder angefangen? (1)

Rauchen aufhören: Nach 2 Jahren wieder angefangen? (1)

Rauchen aufhören: Nach 2 Jahren wieder angefangen? | reporter

Ben: Previously on reporter ...

B: Ich muss euch was gestehen: Ich bin seit 17 Jahren Raucher.

Deshalb hab ich mir jetzt überlegt, ich will komplett radikal aufhören von einem auf den anderen Tag. Finito!

B: Das Rauchen aufhören ist geschafft.

Jetzt kommt das viel Schwierigere: das nicht wieder anfangen.

B: Ja, die Wahrheit ist … ich habe es tatsächlich verkackt.

B: (flüstert) Ich schleich mich nämlich hier nachts raus wie ein räudiger Junkie.

B: Zwei Jahre hab ich durchgehalten nicht zu rauchen.

Ich war megastolz. Und ich fande es auch so cool, und ich wollte euch nicht enttäuschen.

B: (lacht) Du mieser Verräter.

Und dann ...

hab ich einfach wieder angefangen.

Um das von Vorne weg klar zu machen: Natürlich will ich wieder aufhören.

Ich hab gar keinen Bock Raucher zu sein.

B: Es ist schon erstaunlich, wie gut es funktioniert.

und wie gut ich mich dabei fühle.

B: Ich meine, beim letzten Mal hat das mit dem Aufhören ja ganz gut geklappt.

Das Problem ist halt, ich hab wieder angefangen.

Das darf nicht wieder passieren.

Also muss ich irgendwie schaffen herauszufinden: Woran liegt das, dass ich nach zwei Jahren wieder anfange zu rauchen?

Und was muss ich ändern, damit das nie wieder passiert?

(Unruhige Musik)

(Bodenknarren)

B: (flüstert) Ich nehm euch jetzt mal mit.

Und zeig euch, wie das aussieht, wenn ich im Alltag rauche.

Ich schleich mich nämlich hier nachts raus wie so ein räudiger Junkie.

Damit meine Freundin das nicht mitbekommt.

(Laute Schritte)

(Unruhige Musik)

(Knarren)

(Unruhige Musik)

B: Ich mein, es geht dabei überhaupt nicht darum, das meiner Freundin zu verheimlichen.

Die riecht das natürlich und die checkt das auch, die ist ja nicht blöd.

Ähm, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass wenn ich offen rauche und offen damit umgehe und das nicht sozusagen "verheimliche" dass dann irgendwie alle Stricke reißen.

Und dass ich es dann so sehr normalisiere und das ich rauche wie ein Schlot.

Ich meine, ist ein megaräudiger Move. Machen wir uns nix vor.

B: Aber durch das Verheimlichen beschränke ich mich immerhin auf zwei bis drei Kippen am Tag.

B: Und ganz ehrlich? Ich finde es nicht einmal geil.

Das schmeckt nicht, ich stinke.

Ich muss ständig irgendwie mich rausschleichen.

Ich komm mir vor wie der letzte Vollidiot nur für diese Kacke.

Dabei bin ich es schon los gewesen.

Und jetzt häng ich da wieder voll drin.

Das ist echt so absurd.

B: Ich glaub, was sich viele von euch fragen, ist: Why?

Warum fängt man nach zwei Jahren Nichtrauchen wieder mit dem Rauchen an?

Jemand der das miterlebt hat und ziemlich viel dabei war, mit dem werd ich jetzt darüber quatschen.

Und das ist Maik, hier hinter der Kamera.

B: Maik und ich arbeiten nicht nur zusammen, wir sind auch Freunde und treffen uns jede Woche beim Stammtisch.

(Ruhige Musik)

B: Passiert auch nicht alle Tage.

Also dass wir ein Feierabendbier trinken vielleicht schon, aber dass du vor der Kamera bist. Maik: Stimmt.

B: Sag doch einfach mal, wie hast du das wahrgenommen?

Also, wie ist das für dich aus deiner Sicht abgelaufen?

M: Es war gar nicht so, dass man gemerkt hat: "Oh, der raucht wieder."

Sondern, das waren erst mal einzelne Situationen, wo du gesagt hast: "Ach, heute Abend auf das Bierchen kommt noch mal eine Zigarette dazu."

Dann wurd das aber irgendwie so, dass du dich, als dann Corona kam, und wir online die Abende abgehalten haben, fingst du auf einmal an, Spaziergänge zu machen während der Calls und so.

Das Video ging aus.

Und man hörte aber so dieses Feuerzeugklicken.

So "Klick-klick".

Und dann merkt man so:

"Ja, ok. Er scheint jetzt auch alleine wieder zu rauchen."

Und auf Nachfrage hast du auch irgendwie so rumgestrauchelt.

Aber ich hab das Gefühl, das ist sehr schleichend, bei dir wahrscheinlich gar nicht so schleichend, auf mich wirkte das schleichend. B: Doch, das war voll schleichend.

B: Es fing so an, dass ich irgendwann dachte: "Ach komm, ich probiere es einfach mal aus."

So, und die erste war ehrlicherweise auch überhaupt nicht geil.

Aber dann hat man es irgendwie noch mal ausprobiert.

Dann war es eine ganze Zeit lang so, dass ich so Gelegenheitsraucher war.

Ne, also so einmal die Woche beim Stammtisch eine Zigarette.

Wo ich auch denke: "Damit könnte ich ehrlicherweise auch leben."

M: Man muss dazusagen, es war ja nicht nur ...

Es wurde auch am Stammtisch die eine Zigarette auch schnell dann mehr fünf.

B: (lacht) Du mieser Verräter.

M: Du hast das so weit geschafft. Warum machst du das wieder?

Weil es wären alle glücklich an diesen Punkt zu kommen, wo du warst.

Und da hast du es wieder Was auch immer da passiert ist.

B: Man denkt, man hat das unter Kontrolle.

Was halt echt ein krasser Selbstbetrug ist.

Und bei war es dann so, dass irgendwann halt so mit Lockdown und stressiger Phase und so ich so in alte Verhaltensmuster einfach zurückgerutscht bin.

Ich glaub halt tatsächlich, es muss irgendwie darum gehen das nicht im Nachhinein wieder zu verklären, und sich einfach total bewusst zu machen, dass man sich bei allem, was man Positives darin sieht, bescheißt.

Dafür muss man, glaub ich, eine ganz grundlegend andere Einstellung zum Rauchen bekommen.

Die Frage ist: Wie schafft man das?

M: Wenn du weißt, wie es geht, sag Bescheid.

B: Ich sag Bescheid. (Lachen)

(Verträumte Musik)

B: Ich hab jetzt mal so ein bisschen gegoogelt, was gibt es für Hilfsmittel, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Dabei findet man als allererstes vor allem Hypnose.

Da muss ich aber sagen, ich bin nicht so überzeugt von Hypnose.

und meine Kollegin Maike hat damals, als sie ihre Spinnenphobie loswerden wollte, auch nicht irregute Erfahrungen damit gemacht.

Den Film könnt ihr sehen, wenn ihr da oben klickt.

Deshalb ist das, glaube ich, für mich nichts.

Dann gibt es mittlerweile auch noch Medikamente.

Das find ich aber irgendwie krass, mir ein Medikament spritzen zu lassen, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Und das Aufhören selber ist auch gar nicht so mein Problem.

Eine dritte Sache die es gibt, die ich auch beim letzten Mal genutzt hab, sind Apps.

Diese Apps funktionieren in aller Regel relativ ähnlich.

Die zeigen dir bei bestimmten Milestones an: Du hast jetzt irgendwie eine Woche nicht geraucht, das bedeutet das und das für deinen Körper.

Meine zeigt zum Beispiel an, dass ich seit 1.049 Tagen nicht geraucht habe und dabei 6.400 Euro gespart habe.

Das wird nicht ganz stimmen, weil ich ja inzwischen doch wieder ein bisschen geraucht hab.

Aber ähm ...

Ich hab auch noch ein anderes Problem mit diesen Apps.

Nämlich ... sie erinnern dich ja irgendwie immer wieder dran, dass du jetzt mit dem Rauchen aufgehört hast.

Und das ist, glaube ich, für einen Ex-Raucher gar nicht so gut.

Eigentlich will ich ja nicht mehr ans Rauchen denken.

Weil jedes Mal dran denken ist auch die Gefahr, dass ich irgendwie denke: "Ach, komm, ich rauch doch wieder eine."

Also ...

diese Apps sind okay, aber irgendwie auch noch nicht richtig der Weg.

B: Ich suche also erst mal weiter.

(Relaxte Musik)

Unter meinem letzten Film habt ihr mir das Buch "Endlich Nichtraucher!" empfohlen.

Das ist ein ziemlicher Bestseller.

Ist auch schon vor 40 Jahren erschienen, mittlerweile über zehn Millionen Mal verkauft, die x-millionste Auflage, also paar, 70 oder so.

Und viele von euch sind da sehr von überzeugt.

Und dieses Buch verspricht, die Einstellung zum Rauchen grundlegend zu ändern.

Und das ist ja eigentlich genau das, was ich suche.

Also hab ich mir gedacht, ich versuche es einfach dieses Mal mit diesem Buch.

Ich werde jetzt anfangen das Buch zu lesen und gucke, ob das wirklich passiert.

Und ob ich wirklich schaffe, damit mein Mindset zu verändern.

Oha, das fängt schon mal gut an.

Äh, denn hier steht:

"Sie sollten unbedingt erst dann mit dem Rauchen aufhören, wenn Sie dieses Buch zu Ende durchgelesen haben."

(Pusten)

B: Eigentlich richtig dumm, dass ich mich darüber freue, jetzt doch weiterrauchen zu dürfen.

(Dynamische Musik)

B: So, ich bin jetzt durch mit dem Buch.

Und ich muss sagen, ich fand es gar nicht schlecht.

Tatsächlich geht es in dem Buch eigentlich nur darum, sich sozusagen klarzumachen, wie man sich beim Rauchen und als Raucher selbst belügt, was man alles vermeintlich Tolles am Rauchen hat.

Und sich klarzumachen, dass das alles gar nicht toll ist.

Und dass es einfach viel besser ist, Nichtraucher zu sein.

Jetzt sagen vielleicht viele: "No shit, Sherlock."

Aber ich finde es schon ganz gut, sich das noch mal so vor Augen zu führen.

Und dann im nächsten Schritt halt auch das Aufhören nicht als etwas zu betrachten, wo man verzichtet und wo man irgendwie großartig leidet, sondern sich, auch wenn man erst mal Entzugserscheinungen hat, darüber freut, dass man jetzt auf dem Weg ist, diesen Mist loszuwerden.

Ich hab ja vorhin eine geraucht, das war zufällig die letzte in der Packung.

Und ich hab mir jetzt überlegt, das grade eben war einfach meine letzte Zigarette.

Und ab jetzt fang ich an, mich darüber zu freuen, dass ich nicht mehr rauche.

Und bin sehr gespannt, wie es mir jetzt die nächsten drei Tage ergeht.

Beim letzten Mal war es scheiße, aber da hatt ich noch genau dieses Mindset, dass ich jetzt auf etwas verzichte.

Und ich hab erwartet, dass ich leiden werde.

Ich bin sehr gespannt, ob das diesmal anders ist.

Tschakka, ich rauche nicht mehr. Hö-hö!

B: So, der erste Morgen als ...

Nichtraucher.

Mir geht es echt tatsächlich erstaunlich gut.

Auch wenn ich gestern dann abends mal irgendwann so aus dem Nichts kommt der Gedanke: Ach, geh mal eine rauchen.

Dann denkt man, das hatt ich beim letzten Mal ja auch:

Ach mist nee, du rauchst ja gar nicht mehr.

Und ich hab das dieses Mal halt echt dann halt eben mit diesem "tschakka-du-schaffst-das-mäßigen" "nee, geil, du rauchst nicht mehr" ... konnotiert, und das hat mir echt geholfen.

Also, es ist schon relativ erstaunlich, wie gut es funktioniert und wie gut ich mich dabei fühle, dass das jetzt grade so ist.

Ich bin jetzt tatsächlich seit ein paar Tagen clean.

Ich muss sagen, dass es mir echt gut damit geht.

Dass ich das Gefühl habe, dass mein neues Mindset mir wirklich dabei hilft.

Ich hab zum Beispiel auch überhaupt keine Entzugserscheinungen, was ich echt krass finde.

Was ich halt nicht weiß, ob das Mindset mir auch langfristig dabei hilft, clean zu bleiben.

B: Deshalb hab ich mich mit einer Expertin fürs Rauchen-Aufhören verabredet.

Stefanie Federhen ist die Leiterin des Patienteninformationszentrums der Uniklinik Köln und gibt dort Rauchentwöhnungskurse.

Und weil man dort gerade nicht drehen darf, haben wir uns ins Studio der Kollegin von "Glanz&Natur" gesetzt.

Ich erzähl ihr erst mal, dass ich mit dem Buch aufgehört habe.

(Entspannte Musik)

B: Was halten Sie von dem Buch?

Stefanie: Also, die Erfolgswahrscheinlichkeit mithilfe von Büchern aufzuhören, also vor allem mit dem Buch, liegt bei ungefähr fünf Prozent.

B: Oha, das klingt jetzt nicht so gut.

S: Das ist nicht viel.

(Lachen)

Wenn man das jetzt vergleicht, so diese Stoppmethode, die Sie ja im Grunde jetzt auch angewendet haben ...

Sie haben es ja kombiniert. Sie haben das Buch mit der Stoppmethode kombiniert.

Die Stoppmethode an sich, dass ich sage, morgen hör ich auf, ich entferne alles, was mit Rauchen zu tun hat, alle Rauchutensilien wegschmeißen, verschenken.

Die liegt auch ungefähr bei fünf bis sechs Prozent.

B: Stand der Wissenschaft ist meine Methode also nicht.

Vielversprechender sei Verhaltenstherapie.

Das heißt für die Situationen, in denen man rauchen würde, alternative Handlungen zu entwickeln und einzuüben.

S: Wenn Sie eben verhaltenstherapeutische Maßnahmen, also wirklich solche Handlungsempfehlungen, kombinieren mit Nikotinersatz, dann haben Sie eine 30-prozentige Chance, auch nach einem Jahr noch rauchfrei zu sein.

Und das ist das Höchste, was möglich ist.

B: Ist auch schräg ... und so viel ist es nicht, ne?

Das ist schon echt krass, wie ...

wie schwer das ist. B: Ja.

Oder ...

S: Nikotinabhängigkeit ist eine sehr, sehr starke Abhängigkeit.

B: Ja. Was sind denn so die Gründe, warum ...


Rauchen aufhören: Nach 2 Jahren wieder angefangen? (1)

**Rauchen aufhören: Nach 2 Jahren wieder angefangen? | reporter**

Ben: Previously on reporter ...

B: Ich muss euch was gestehen: Ich bin seit 17 Jahren Raucher.

Deshalb hab ich mir jetzt überlegt, ich will komplett radikal aufhören von einem auf den anderen Tag. Finito!

B: Das Rauchen aufhören ist geschafft.

Jetzt kommt das viel Schwierigere: das nicht wieder anfangen.

B: Ja, die Wahrheit ist … ich habe es tatsächlich verkackt.

B: (flüstert) Ich schleich mich nämlich hier nachts raus wie ein räudiger Junkie.

B: Zwei Jahre hab ich durchgehalten nicht zu rauchen.

Ich war megastolz. Und ich fande es auch so cool, und ich wollte euch nicht enttäuschen.

B: (lacht) Du mieser Verräter.

Und dann ...

hab ich einfach wieder angefangen.

Um das von Vorne weg klar zu machen: Natürlich will ich wieder aufhören.

Ich hab gar keinen Bock Raucher zu sein.

B: Es ist schon erstaunlich, wie gut es funktioniert.

und wie gut ich mich dabei fühle.

B: Ich meine, beim letzten Mal hat das mit dem Aufhören ja ganz gut geklappt.

Das Problem ist halt, ich hab wieder angefangen.

Das darf nicht wieder passieren.

Also muss ich irgendwie schaffen herauszufinden: Woran liegt das, dass ich nach zwei Jahren wieder anfange zu rauchen?

Und was muss ich ändern, damit das nie wieder passiert?

(Unruhige Musik)

(Bodenknarren)

B: (flüstert) Ich nehm euch jetzt mal mit.

Und zeig euch, wie das aussieht, wenn ich im Alltag rauche.

Ich schleich mich nämlich hier nachts raus wie so ein räudiger Junkie.

Damit meine Freundin das nicht mitbekommt.

(Laute Schritte)

(Unruhige Musik)

(Knarren)

(Unruhige Musik)

B: Ich mein, es geht dabei überhaupt nicht darum, das meiner Freundin zu verheimlichen.

Die riecht das natürlich und die checkt das auch, die ist ja nicht blöd. She smells it, of course, and she notices it too, she's not stupid.

Ähm, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass wenn ich offen rauche und offen damit umgehe und das nicht sozusagen "verheimliche" dass dann irgendwie alle Stricke reißen. Um, but I kind of get the feeling that if I smoke openly and deal with it openly and don't "secret" it, so to speak, then somehow all else fails.

Und dass ich es dann so sehr normalisiere und das ich rauche wie ein Schlot. And then I normalize it so much and I smoke like a chimney.

Ich meine, ist ein megaräudiger Move. I mean, it's a mega mangy move. Machen wir uns nix vor. Let's face it.

B: Aber durch das Verheimlichen beschränke ich mich immerhin auf zwei bis drei Kippen am Tag. B: But by keeping it secret, I limit myself to two or three cigarette butts a day.

B: Und ganz ehrlich? Ich finde es nicht einmal geil. I don't even think it's cool.

Das schmeckt nicht, ich stinke.

Ich muss ständig irgendwie mich rausschleichen. I always have to sneak out somehow.

Ich komm mir vor wie der letzte Vollidiot nur für diese Kacke. I feel like a complete idiot just for this shit.

Dabei bin ich es schon los gewesen.

Und jetzt häng ich da wieder voll drin. And now I'm totally stuck in it again.

Das ist echt so absurd.

B: Ich glaub, was sich viele von euch fragen, ist: Why?

Warum fängt man nach zwei Jahren Nichtrauchen wieder mit dem Rauchen an?

Jemand der das miterlebt hat und ziemlich viel dabei war, mit dem werd ich jetzt darüber quatschen. Someone who experienced it and was involved quite a bit, I'll talk to them about it now.

Und das ist Maik, hier hinter der Kamera.

B: Maik und ich arbeiten nicht nur zusammen, wir sind auch Freunde und treffen uns jede Woche beim Stammtisch.

(Ruhige Musik)

B: Passiert auch nicht alle Tage.

Also dass wir ein Feierabendbier trinken vielleicht schon, aber dass du vor der Kamera bist. So that we might have a beer after work, but that you are in front of the camera. Maik: Stimmt.

B: Sag doch einfach mal, wie hast du das wahrgenommen? B: Just tell me, how did you perceive that?

Also, wie ist das für dich aus deiner Sicht abgelaufen? So, how did that go for you from your point of view?

M: Es war gar nicht so, dass man gemerkt hat: "Oh, der raucht wieder."

Sondern, das waren erst mal einzelne Situationen, wo du gesagt hast: "Ach, heute Abend auf das Bierchen kommt noch mal eine Zigarette dazu." But, at first there were individual situations where you said: "Oh, tonight we'll have another cigarette with the beer."

Dann wurd das aber irgendwie so, dass du dich, als dann Corona kam, und wir online die Abende abgehalten haben, fingst du auf einmal an, Spaziergänge zu machen während der Calls und so. But then it kind of got like that, when Corona came and we held the evenings online, you suddenly started going for walks during the calls and stuff like that.

Das Video ging aus.

Und man hörte aber so dieses Feuerzeugklicken. And you could hear this lighter click.

So "Klick-klick".

Und dann merkt man so:

"Ja, ok. Er scheint jetzt auch alleine wieder zu rauchen." He seems to be smoking again on his own now."

Und auf Nachfrage hast du auch irgendwie so rumgestrauchelt. And when asked, you kind of stumbled around.

Aber ich hab das Gefühl, das ist sehr schleichend, bei dir wahrscheinlich gar nicht so schleichend, auf mich wirkte das schleichend. But I have the feeling that it is very gradual, probably not so gradual in your case, it seemed gradual to me. B: Doch, das war voll schleichend.

B: Es fing so an, dass ich irgendwann dachte: "Ach komm, ich probiere es einfach mal aus."

So, und die erste war ehrlicherweise auch überhaupt nicht geil. And to be honest, the first one wasn't cool at all.

Aber dann hat man es irgendwie noch mal ausprobiert. But then you tried it again somehow.

Dann war es eine ganze Zeit lang so, dass ich so Gelegenheitsraucher war. Then for a while it was like I was an occasional smoker.

Ne, also so einmal die Woche beim Stammtisch eine Zigarette. No, a cigarette at the regulars' table once a week.

Wo ich auch denke: "Damit könnte ich ehrlicherweise auch leben." Where I also think: "I could honestly live with that."

M: Man muss dazusagen, es war ja nicht nur ... M: You have to add that it wasn't just...

Es wurde auch am Stammtisch die eine Zigarette auch schnell dann mehr fünf. At the regulars' table, one cigarette quickly became more than five.

B: (lacht) Du mieser Verräter. B: (laughs) You lousy traitor.

M: Du hast das so weit geschafft. M: You've made it this far. Warum machst du das wieder?

Weil es wären alle glücklich an diesen Punkt zu kommen, wo du warst. Because everyone would be happy to get to where you were.

Und da hast du es wieder Was auch immer da passiert ist. And there you have it again. Whatever happened there.

B: Man denkt, man hat das unter Kontrolle. B: You think you have it under control.

Was halt echt ein krasser Selbstbetrug ist.

Und bei war es dann so, dass irgendwann halt so mit Lockdown und stressiger Phase und so ich so in alte Verhaltensmuster einfach zurückgerutscht bin. And then it happened that at some point with lockdown and a stressful phase and so I just slipped back into old behavior patterns.

Ich glaub halt tatsächlich, es muss irgendwie darum gehen das nicht im Nachhinein wieder zu verklären, und sich einfach total bewusst zu machen, dass man sich bei allem, was man Positives darin sieht, bescheißt. I actually think it must somehow be about not glorifying it again afterwards, and just being totally aware that you cheat yourself with everything that you see positive in it.Bunun bir şekilde geçmişe bakarak onu yüceltmemek ve olumlu olarak gördüğünüz her şeyle kendinizi aldattığınızın tamamen farkında olmakla ilgili olması gerektiğine gerçekten inanıyorum.

Dafür muss man, glaub ich, eine ganz grundlegend andere Einstellung zum Rauchen bekommen. For that, I think you have to have a completely different attitude towards smoking.

Die Frage ist: Wie schafft man das?

M: Wenn du weißt, wie es geht, sag Bescheid.

B: Ich sag Bescheid. B: I'll let you know. (Lachen)

(Verträumte Musik)

B: Ich hab jetzt mal so ein bisschen gegoogelt, was gibt es für Hilfsmittel, um mit dem Rauchen aufzuhören. B: I just googled a bit, what tools are there to help you quit smoking.

Dabei findet man als allererstes vor allem Hypnose.

Da muss ich aber sagen, ich bin nicht so überzeugt von Hypnose.

und meine Kollegin Maike hat damals, als sie ihre Spinnenphobie loswerden wollte, auch nicht irregute Erfahrungen damit gemacht.

Den Film könnt ihr sehen, wenn ihr da oben klickt.

Deshalb ist das, glaube ich, für mich nichts.

Dann gibt es mittlerweile auch noch Medikamente.

Das find ich aber irgendwie krass, mir ein Medikament spritzen zu lassen, um mit dem Rauchen aufzuhören. But I think it's kind of blatant to have an injection of medication to stop smoking.

Und das Aufhören selber ist auch gar nicht so mein Problem. And quitting is not my problem at all.

Eine dritte Sache die es gibt, die ich auch beim letzten Mal genutzt hab, sind Apps. A third thing that I used last time is apps.

Diese Apps funktionieren in aller Regel relativ ähnlich.

Die zeigen dir bei bestimmten Milestones an: Du hast jetzt irgendwie eine Woche nicht geraucht, das bedeutet das und das für deinen Körper.

Meine zeigt zum Beispiel an, dass ich seit 1.049 Tagen nicht geraucht habe und dabei 6.400 Euro gespart habe. For example, mine shows I haven't smoked in 1,049 days and saved $6,400.

Das wird nicht ganz stimmen, weil ich ja inzwischen doch wieder ein bisschen geraucht hab. That won't be entirely true, because I've smoked a bit again in the meantime.

Aber ähm ...

Ich hab auch noch ein anderes Problem mit diesen Apps.

Nämlich ... sie erinnern dich ja irgendwie immer wieder dran, dass du jetzt mit dem Rauchen aufgehört hast. Namely ... they somehow keep reminding you that you have now stopped smoking.

Und das ist, glaube ich, für einen Ex-Raucher gar nicht so gut.

Eigentlich will ich ja nicht mehr ans Rauchen denken. Actually, I don't want to think about smoking anymore.

Weil jedes Mal dran denken ist auch die Gefahr, dass ich irgendwie denke: "Ach, komm, ich rauch doch wieder eine."

Also ...

diese Apps sind okay, aber irgendwie auch noch nicht richtig der Weg.

B: Ich suche also erst mal weiter. B: So I'll keep looking.

(Relaxte Musik)

Unter meinem letzten Film habt ihr mir das Buch "Endlich Nichtraucher!" Under my last film you gave me the book "Finally non-smokers!" empfohlen.

Das ist ein ziemlicher Bestseller. This is quite a bestseller.

Ist auch schon vor 40 Jahren erschienen, mittlerweile über zehn Millionen Mal verkauft, die x-millionste Auflage, also paar, 70 oder so.

Und viele von euch sind da sehr von überzeugt.

Und dieses Buch verspricht, die Einstellung zum Rauchen grundlegend zu ändern. And this book promises to fundamentally change attitudes towards smoking.

Und das ist ja eigentlich genau das, was ich suche.

Also hab ich mir gedacht, ich versuche es einfach dieses Mal mit diesem Buch.

Ich werde jetzt anfangen das Buch zu lesen und gucke, ob das wirklich passiert.

Und ob ich wirklich schaffe, damit mein Mindset zu verändern.

Oha, das fängt schon mal gut an.

Äh, denn hier steht:

"Sie sollten unbedingt erst dann mit dem Rauchen aufhören, wenn Sie dieses Buch zu Ende durchgelesen haben." "You really shouldn't quit smoking until you've finished reading this book."

(Pusten)

B: Eigentlich richtig dumm, dass ich mich darüber freue, jetzt doch weiterrauchen zu dürfen. B: Actually really stupid that I'm happy about being allowed to continue smoking.

(Dynamische Musik)

B: So, ich bin jetzt durch mit dem Buch.

Und ich muss sagen, ich fand es gar nicht schlecht.

Tatsächlich geht es in dem Buch eigentlich nur darum, sich sozusagen klarzumachen, wie man sich beim Rauchen und als Raucher selbst belügt, was man alles vermeintlich Tolles am Rauchen hat. In fact, the book is actually just about making it clear, so to speak, how you lie to yourself about smoking and as a smoker about all the supposedly great things about smoking.

Und sich klarzumachen, dass das alles gar nicht toll ist.

Und dass es einfach viel besser ist, Nichtraucher zu sein. And that it's just so much better to be a non-smoker.

Jetzt sagen vielleicht viele: "No shit, Sherlock."

Aber ich finde es schon ganz gut, sich das noch mal so vor Augen zu führen. But I think it's good to look at it again.Ancak bunu kendimize hatırlatmanın oldukça iyi olduğunu düşünüyorum.

Und dann im nächsten Schritt halt auch das Aufhören nicht als etwas zu betrachten, wo man verzichtet und wo man irgendwie großartig leidet, sondern sich, auch wenn man erst mal Entzugserscheinungen hat, darüber freut, dass man jetzt auf dem Weg ist, diesen Mist loszuwerden. And then, in the next step, not viewing quitting as something where you give up and where you somehow suffer greatly, but rather, even if you initially have withdrawal symptoms, are happy that you are now on the way to getting rid of this crap .

Ich hab ja vorhin eine geraucht, das war zufällig die letzte in der Packung.

Und ich hab mir jetzt überlegt, das grade eben war einfach meine letzte Zigarette.

Und ab jetzt fang ich an, mich darüber zu freuen, dass ich nicht mehr rauche. And from now on I'm starting to be happy that I don't smoke anymore.

Und bin sehr gespannt, wie es mir jetzt die nächsten drei Tage ergeht. And I'm very excited to see how things are going for me over the next three days.

Beim letzten Mal war es scheiße, aber da hatt ich noch genau dieses Mindset, dass ich jetzt auf etwas verzichte. It sucked the last time, but I still had exactly this mindset that I'm giving up something now.

Und ich hab erwartet, dass ich leiden werde. And I expected that I would suffer.

Ich bin sehr gespannt, ob das diesmal anders ist. I'm very curious to see if it's different this time.

Tschakka, ich rauche nicht mehr. Hö-hö!

B: So, der erste Morgen als ...

Nichtraucher.

Mir geht es echt tatsächlich erstaunlich gut.

Auch wenn ich gestern dann abends mal irgendwann so aus dem Nichts kommt der Gedanke: Ach, geh mal eine rauchen. Even if the thought came to me out of nowhere yesterday evening: Oh, go and have a smoke.

Dann denkt man, das hatt ich beim letzten Mal ja auch:

Ach mist nee, du rauchst ja gar nicht mehr. Oh crap no, you don't even smoke anymore.

Und ich hab das dieses Mal halt echt dann halt eben mit diesem "tschakka-du-schaffst-das-mäßigen" "nee, geil, du rauchst nicht mehr" ... konnotiert, und das hat mir echt geholfen. And this time I really just connoted it with this "chakka-you-can-do-that-moderate" "no, awesome, you don't smoke anymore" ... and that really helped me.

Also, es ist schon relativ erstaunlich, wie gut es funktioniert und wie gut ich mich dabei fühle, dass das jetzt grade so ist. Well, it's pretty amazing how well it works and how good I feel that it's the way it is right now.

Ich bin jetzt tatsächlich seit ein paar Tagen clean.

Ich muss sagen, dass es mir echt gut damit geht.

Dass ich das Gefühl habe, dass mein neues Mindset mir wirklich dabei hilft.

Ich hab zum Beispiel auch überhaupt keine Entzugserscheinungen, was ich echt krass finde. For example, I don't have any withdrawal symptoms at all, which I find really blatant.

Was ich halt nicht weiß, ob das Mindset mir auch langfristig dabei hilft, clean zu bleiben.

B: Deshalb hab ich mich mit einer Expertin fürs Rauchen-Aufhören verabredet.

Stefanie Federhen ist die Leiterin des Patienteninformationszentrums der Uniklinik Köln und gibt dort Rauchentwöhnungskurse. Stefanie Federhen is the head of the patient information center at the University Hospital in Cologne and teaches smoking cessation courses there.

Und weil man dort gerade nicht drehen darf, haben wir uns ins Studio der Kollegin von "Glanz&Natur" gesetzt. And because you're not allowed to shoot there right now, we sat down in the studio of our colleague from "Glanz&Natur".

Ich erzähl ihr erst mal, dass ich mit dem Buch aufgehört habe.

(Entspannte Musik)

B: Was halten Sie von dem Buch?

Stefanie: Also, die Erfolgswahrscheinlichkeit mithilfe von Büchern aufzuhören, also vor allem mit dem Buch, liegt bei ungefähr fünf Prozent.

B: Oha, das klingt jetzt nicht so gut.

S: Das ist nicht viel.

(Lachen)

Wenn man das jetzt vergleicht, so diese Stoppmethode, die Sie ja im Grunde jetzt auch angewendet haben ... If you compare that now, then this stopping method, which you have basically also used now...

Sie haben es ja kombiniert. Sie haben das Buch mit der Stoppmethode kombiniert.

Die Stoppmethode an sich, dass ich sage, morgen hör ich auf, ich entferne alles, was mit Rauchen zu tun hat, alle Rauchutensilien wegschmeißen, verschenken.

Die liegt auch ungefähr bei fünf bis sechs Prozent.

B: Stand der Wissenschaft ist meine Methode also nicht.

Vielversprechender sei Verhaltenstherapie.

Das heißt für die Situationen, in denen man rauchen würde, alternative Handlungen zu entwickeln und einzuüben.

S: Wenn Sie eben verhaltenstherapeutische Maßnahmen, also wirklich solche Handlungsempfehlungen, kombinieren mit Nikotinersatz, dann haben Sie eine 30-prozentige Chance, auch nach einem Jahr noch rauchfrei zu sein.

Und das ist das Höchste, was möglich ist.

B: Ist auch schräg ... und so viel ist es nicht, ne?

Das ist schon echt krass, wie ...

wie schwer das ist. B: Ja.

Oder ...

S: Nikotinabhängigkeit ist eine sehr, sehr starke Abhängigkeit.

B: Ja. Was sind denn so die Gründe, warum ...